BUND Landesverband Berlin

BUND Berlin: Gastronomie klimafreundlich fördern, auf Heizpilze verzichten

24. September 2020 | Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung

BUND fordert mehr Außenflächen und Förderprogramm für Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Harald Landsrath by Pixabay

Info 20, Berlin, 24.9.2020: In der Diskussion um die Förderung der durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz betroffenen Gastronomen und Kneipenbesitzer*innen hat der Berliner Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) den Berliner Senat und die Bezirke aufgefordert, den Einsatz von klimaschädlichen Heizpilzen und Heizstrahlern zu unterbinden. Stattdessen müsse die Berliner Gastronomie gezielt beim Einsatz klimaschützender Technologie und Maßnahmen unterstützt werden.

Der Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung für Innenräumen senke nicht nur die Infektionsgefahr, sondern sorge zugleich für ein besseres Raumklima und reduziere den Heizbedarf.

Die Aufenthaltsqualität für Menschen, die lieber draußen sitzen wollen, könnten statt mit Heizpilzen mit der Installation von Windschutz und Markisen sowie wärmeisolierenden Bodenbelägen gesteigert werden. Um die Außenfläche der Gastronomie zu erweitern, fordert der Umweltverband die unbürokratische Genehmigung für Parklets auf Parkplätzen im Straßenraum.

Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND Berlin: „Heizpilze zur Aufwärmung des Außenbereichs sind klimaschädlich. Zugleich sind sie ein Symbol dafür, wie wir aus reiner Bequemlichkeit den Klimawandel weiter anheizen und damit unsere Zukunft gefährden. Zudem sind sie extrem ineffizient: Jeder, der auch im Winter gerne mit angemessener Kleidung draußen sitzt, weiß, dass vor allem die Kälte von unten und Wind unangenehm wirken. Gegen Wind, kalte Füße und frostige Sitzflächen helfen jedoch am Besten Windschutz, wärmeisolierende Böden, Sitzpolster und Decken. Die Bekleidungs- und Outdoor-Industrie bietet zudem eine Vielzahl von Produkten an, die auch im Winter den Aufenthalt im Freien angenehm gestalten. Daher vertrauen wir auch auf die Innovationsfreude und Anpassungsfähigkeit der Berlinerinnen und Berliner: Wer die Gastronomie solidarisch unterstützen, die Innenräume aber meiden will, greift auch mal zur langen (Thermo-)Unterhose und zum wärmenden Schuheinlagen.“

Damit der Jahreszeit entsprechend gekleidete Gäste auch im Winterhalbjahr gut draußen sitzen können, sollten die Bezirke daher nicht Heizpilze, sondern die qualitative Aufwertung und Ausdehnung von Außenbereichen unbürokratisch genehmigen. Mit festen Installationen von überdachten Parklets könnten zudem zusätzliche Flächen gewonnen werden, die zudem auch im Sommer den Umsatz steigern können.

Zur Verbesserung der Luft in den Innenräumen fordert der BUND Berlin zudem ein Förderprogramm für den Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Die energiesparende Belüftung mit Frischluft verbessere nicht nur die Luftqualität, sondern senke auch erheblich die Heizkosten. Auch diese Maßnahme sei langfristig wirksam und schütze das Klima effektiv.

Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze
fon: (030) 78 79 00 12

Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND
mobil: 0177-7879013

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