Schulwegsicherheit – nur Appelle reichen nicht!

09. September 2025 | Zu Fuß zur Schule, Verkehrssicherheit, Verkehr, Fußverkehr, Fahrrad

Mehr Tempo 30 und Verkehrsberuhigung müssen Standard werden

Foto: BUND Berlin

Berlin, 9. September 2025: Mit der Einschulung am kommenden Samstag werden 38.400 Kinder mehr auf den Schulweg geschickt. Der BUND Berlin unterstützt Eltern und Schulen mit seinem Projekt „Zu Fuß zur Kita und zur Schule“, den künftigen Schulweg umweltbewusst zurückzulegen.

Der selbstständig zurück gelegte Schulweg hat viele Vorteile für Kinder. Wer Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln macht, schont zum einen die Umwelt und das Klima und tut den Kindern etwas Gutes. Denn so kommt mehr Bewegung in den Alltag, was gut für die geistige und körperliche Gesundheit ist. Zusätzlich führen frühe eigene Erfahrungen im Verkehr dazu, Kinder sicherer und selbstständiger zu machen.
 
Was aber zur Sicherheit von (Schul-)wegen unbedingt dazu gehört, sind mehr Tempo-30-Zonen, Zebrastreifen und Verkehrsberuhigung bis zur Einrichtung von autofreien Zonen sowie Schulstraßen. Da reichen keine Lippenbekenntnisse vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und von Verkehrssenatorin Ute Bonde, dass ihnen Sicherheit wichtig ist“, so Melanie Hartung vom BUND-Mobilitätsteam.
 
Seit mehr als 10 Jahren unterstützt der BUND Berlin und berät Berliner Kitas und Schulen, wie sie die selbständige Mobilität der Kinder fördern und Inhalte der Mobilitätsbildung umsetzen können.
 
Auch schon bei Kitakindern ist es wichtig zu üben, Wege zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Untergraben wird die Verkehrssicherheit, wenn für die Einführung von Tempo 50 vor Kitas argumentiert wird, dass Kita-Kinder stets noch in Begleitung von Erwachsener unterwegs seien und ihnen dort keine unmittelbare Gefahr drohe.

„Wenn das passiert, dann fühlen sich die Eltern mit ihren Kindern nicht sicher und verlegen sich schnell wieder darauf, ihr Kind doch mit dem Auto zu bringen. Und schon sind wieder mehr Autos auf den Straßen und die Verkehrslage ist unsicherer. Das ist ein Teufelskreis“, sagt Stefanie Perrot von der Mobilitätsbildung des BUND Berlin.

Wir ermutigen Eltern, Pädagog*innen und Schulleitungen für ihre Einrichtung Tempo 30 zu beantragen. Das geht recht unkompliziert und auch ohne juristisches Fachwissen.

Bezirks- und Senatsverwaltungen müssen an zahlreichen Kitas und Schulen die Infrastruktur verbessern. Gute Beispiele liefert beispielsweise Paris. Dort gibt es mehr als 200 Schulstraßen die für den Verkehr gesperrt sind. In Österreich sind Schulstraßen bereits in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen worden.

Und in Berlin? Hier haben Kita- und Schulkinder das Nachsehen. Solange sichere Rad- und Fußwege sowie Straßenquerungen nicht konsequent umgesetzt werden und Tempo 30 im Umfeld von Schulen und Kitas verhandelbar sind, bleibt die Erzählung von der Schulwegsicherheit eben nur eine Erzählung.

Zum BUND-Projekt: https://mobilitaetsbildung-berlin.de/

Kontakt:
Stefanie Perrot, Tel. 030-78 79 00-37, perrot(at)bund-berlin.de
Melanie Hartung, Tel. 030-78 79 00-31, hartung(at)bund-berlin.de

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