BUND Landesverband Berlin

Bäume schützen

Stadtbäume haben es nicht einfach. Extreme Wetterverhältnisse, Trockenheit und hohe Temperaturen, Streusalz, Abgase, Schadstoffbelastung im Boden sowie übermäßiger Kronenschnitt oder gar Kronenkappungen stellen häufige Stressfaktoren dar. Vor allem die Baumscheibe vieler Straßenbäume, der offene und sensible Bereich um den Stammfuss, ist häufig in einem schlechten Zustand. Dies führt dazu, dass viele Stadtbäume nicht besonders alt werden. Auf dieser Seite haben wir eine Reihe von Möglichkeiten aufgelistet, wie Sie den Bäumen helfen können.

Alleskönner Baum

Bäume sind in der Stadt unerlässlich: Sie filtern Schadstoffe aus der Luft, spenden Schatten, wandeln das Treibhausgas CO2 in Sauerstoff um, schlucken Lärm, erhöhen die Luftfeuchtigkeit, kühlen die Umgebung, speichern Wasser und sind Lebensstätte für Insekten und Vögel – nicht zuletzt gestalten sie das Stadtbild auf eine unersetzbare Weise. Daher beneiden viele Städte nicht ohne Grund Berlin für seine vielen Bäume in den Straßen und Grünanlagen.

 

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Das Baumumfeld verbessern

Sehr kleine Baumscheiben (die offene und sensible Pflanzgrube um den Stammfuss, in der der Baum steht) nehmen den Bäumen die sprichwörtliche "Luft zum Atmen". Darüber hinaus kann durch die kleine Öffnung auch nur sehr wenig Regenwasser versickern.

Es gibt unseres Wissens nach keine Vorschrift für die Baumscheibengröße, aber bei der Neuanlage von Straßen wird in der Regel darauf geachtet, dass die Pflanzgruben mindestens 1,50 m * 1,50 m groß und 1,50 m tief sind.

Halten Sie daher nach besonders kleinen Baumscheiben Ausschau, nehmen den Kontakt mit dem zuständigen Straßen- und Grünflächenamt auf und bitten darum, die Baumscheibe auszuweiten. Dabei ist es hilfreich, auf bereits vergrößerte Baumscheiben in direkter Umgebung zu verweisen, um möglichen Einwänden seitens der Behörde Vorschub zu leisten.

Baumfällung stoppen

Ist Ihnen aufgefallen, dass ein Baum in Ihrer Umgebung gefällt werden soll? Manchmal gibt es leider zwingende Gründe, einen Baum zu fällen, beispielsweise weil er krank ist und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Für die Bäume entlang der Straßen und auf den öffentlichen Grünanlagen sind die Straßen- und Grünflächenämter der Bezirke zuständig.

Auf Privatgrundstücken sind alle Laubbäume, die Waldkiefer und die Obstbaumarten Walnuss und Türkische Baumhasel durch die Berliner Baumschutzverordnung geschützt, soweit sie einen Stammumfang von mindestens 80 Zentimeter haben (50 Zentimeter bei mehrstämmigen Bäumen). Diese Bäume dürfen nicht gefällt oder beschädigt werden. Allerdings kennt die Baumschutzverordnung einige Ausnahmen.

Alles was Sie tun können, um einen Baum vielleicht doch noch zu retten, erfahren Sie hier

Baustellenaufsicht

Neben den üblichen Stressoren wie bspw. Stammbeschädigungen durch Fahrzeuge, Tausalz sowie Hundeurin und -kot drohen Bäumen zusätzliche Gefährdungen auf Baustellen.

Eigentlich sollten Bäume dort durch eine Norm, die DIN 18920, geschützt werden. Diese verlangt u.a. einen Wurzelschutz und eine Stammummantelung.

Sehen Sie sich nach Baustellen in Ihrer Umgebung um und überprüfen, ob die Bäume ordnungsmäßig geschützt wurden. Ist dies nicht der Fall, melden Sie Ihre Beobachtungen dem zuständigen Straßen- und Grünflächenamt.

Streusalzschäden kartieren

Durch Tausalz geschädigte Bäume bilden Blätter mit einem breiten bräunlich-orangefarbigen Rand aus.

Tausalz schädigt Bäume und Sträucher, verunreinigt das Wasser, verletzt Hunde und Katzen an den Pfoten und ist schon seit Jahren verboten. Nur die BSR darf an bestimmten neuralgischen Punkten wie etwa an großen Kreuzungen Tausalz ausbringen. Dennoch kommt Streusalz immer wieder zum Einsatz. Dabei gibt es legale und ökologische Alternativen zu Taumitteln, nämlich Schnee und Eis mechanisch aus dem Weg zu räumen oder mit Splitt abzustumpfen.

Die Kontrollen finden kaum statt. Helfen Sie uns dabei, die Schäden durch Tausalz an Bäumen zu kartieren.

Baumscheiben begrünen

Eine Baumscheibenbepflanzung mit einheimischen Stauden, Frühjahrsblühern, Kräutern und Sommerblumen kann die Standortbedingungen von Straßenbäumen, sofern richtig ausgeführt, erheblich verbessern.

Bspw. hilft sie den Bäumen bei Trockenheit, indem sie durch Beschattung die Verdunstung verringert und den Boden mit ihren Wuzeln auflockert und durchlüftet. Regenwasser kann so viel leichter einsickern.

Auch die Gefahr der Bodenverdichtung durch Betreten und Befahren sowie die Nutzung als Hundeklo oder Abfalleimer wird durch eine schöne Bepflanzung vermindert.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bodendeckende Pflanzen fallendes Laub auffangen und selbst durch Laubabwurf den Baum mit Nährstoffen versorgen:

Baumscheiben begrünen

Bäume bei langanhaltender Trockenheit gießen

1. Das Pflanzenschutzamt veröffentlicht wöchentlich eine aktualisierte Bodenfeuchteampel, die als Entscheidungshilfe dient, wann eine Bewässerung von Gehölzen und Pflanzenbeständen notwendig ist:

Bodenfeuchteampel

2. Gießen Sie einmal pro Woche 8-10 Eimer auf einmal, damit das Wasser nicht nur in der oberen Bodenschicht bleibt, sondern die tiefer liegenden Baumwurzeln erreicht. Erst wenn die Baumscheibe richtig durchtränkt ist, kann der Baum das Wasser ziehen, wenn er es braucht.

3. Nutzen Sie zur Wasserentnahme wenn möglich eine Straßenpumpe, um kostbares Trinkwasser zu sparen. Diese gibt es an vielen Orten in der Stadt. Eine Übersicht zu den Wasserpumpen in Ihrer Nähe haben Ihnen die Aktiven von OpenStreetMap zusammengestellt (vielen Dank dafür): Wasserpumpen

4. Feuchten Sie die Baumscheibe (den Boden um das untere Ende eines Baumstamms) zunächst mit dem ersten Eimer Wasser langsam an und geben dann nach und nach die restlichen Eimer dazu. So kann das Wasser richtig tief einsickern, ohne oberflächlich abzufließen.

Tipp: Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bietet Bewässerungssäcke an, die sich vor allem für junge Bäume eignen. Diese werden mit einer Manschette angebracht und mit Wasser befüllt. So ist der Baum kontinuierlich mit Wasser versorgt, bis das Sack leer gelaufen ist.

Gießsäcke ausleihen

 

Höhlenbäume kartieren

 (wal 172619 von Pixabay)

Kartieren Sie Bäume, die Höhlen aufweisen. Diese bieten Nistplätze für Vögel und Fledermäuse.

Am besten ist es, wenn Sie Ihre Funde zunächst einmal sammeln und die aktiven Niststätten in Höhlen in einer Liste an das Straßen- und Grünflächenamt und das Naturschutzamt weiterleiten. Bitten Sie die Ämter Ihre Funde im Baumkataster zu vermerken und weisen Sie dabei auf die besondere Schutzwürdigkeit der Bäume hin.

Wenn das nicht klappt, erstellen Sie eine eigene Karte und fordern öffentlich, dass diese geschützten Niststätten berücksichtigt werden. Dabei unterstützen wir Sie gerne.

Kontakt

Sie haben offene Fragen? Dann kontaktieren Sie uns:

Christian Hönig (Baumschutzreferent)

hoenig [ at ] bund-berlin.de

Verena Fehlenberg

fehlenberg [ at ] bund-berlin.de

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