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BUND Landesverband Berlin

Wissen hilft

28. Januar 2019 | BUNDzeit-Artikel, Artenvielfalt, Naturschutz

Brandenburg ist wieder die Heimat von ehemals fast oder gänzlich ausgestorbenen Wildtieren geworden. Mit dem Informationsprojekt „Wolf, Biber, Elch und Co“ will der BUND die friedliche Koexistenz von Menschen und Tierarten mit Konfliktpotenzial erleichtern.

Groß gleich gefährlich? Für Wisente gilt das nicht. Foto: Mathias Putze/Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

„Wenn ich es nicht kenne, muss es gefährlich sein.“ Nach diesem Motto handelten Polizei, Ordnungsamt und Jäger in der Nähe von Lebus (Märkisch-Oderland), als sie im September 2017 beschlossen, einen wildlebenden Wisent (Bison bonasus) sicherheitshalber zu erschießen. Was hatte das Tier verbrochen? Es hatte niemanden bedroht oder gar attackiert, sondern sich lediglich erlaubt, aus dem polnischen Nationalpark Ujscie Warty (Warthemündung) auf die andere Seite der Oder zu schwimmen. Dort hatte ein Spaziergänger den 900 Kilo schweren Bullen entdeckt und die Polizei alarmiert. Dass Wisente friedliche Pflanzenfresser sind, deren selbstbewusstes Auftreten nicht mit Aggressivität verwechselt werden darf, wusste keiner der Beteiligten. Allerdings hatten sie sich nicht die Mühe gemacht, Erkundungen beim Landesumweltamt oder bei den polnischen Kolleg*innen einzuholen.

Mehr Sachkunde hätte im Fall des Lebuser Wisents die Tötung eines streng geschützten Wildtiers verhindert. Von mehr Wissen über Wildtiere profitieren aber nicht nur die Tiere, sondern auch die Menschen. Wenn wir wissen, warum Tiere in bestimmten Situationen bestimmte Verhaltensweisen zeigen, schonen wir unsere Nerven und können die richtigen Vorkehrungen treffen. Wissenslücken über die nach Brandenburg zurückkehrenden Wildtiere zu schließen, ist eines der Ziele des neuen BUND-Projekts „Wolf, Biber, Elch und Co“. Dazu wird es in den kommenden Monaten Infoveranstaltungen im ganzen Land geben.

Streifen bei Ihnen ungewohnte Wildtiere durch die Nachbarschaft? Dann machen Sie das zum Thema vor Ort. Der BUND unterstützt Sie mit Ideen für Veranstaltungen, Infomaterialen und fachkundigen Menschen.

Kontakt: Mario Sitte, BUND.Brandenburg@BUND.net, 0331 70399722

Förderhinweis: Das Projekt wird mit ELER- und Landesmitteln finanziert.

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 2019-1. 

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