Berlin, 20.04.2026: Zum Tag des Baums am kommenden Samstag fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Städte und Gemeinden auf, sich besser um das Stadtgrün zu kümmern, mehr Bäume zu pflanzen und diese auch zu wässern und zu pflegen. Bäume und Stadtgrün sind die wirkungsvollste Klimaanlage in den Siedlungen und schützen die Bewohnerinnen und Bewohner vor gesundheitsgefährdender Überhitzung. Auch tragen sie zum Schutz der Artenvielfalt bei, verbessern das Stadtbild und das Wohlbefinden. Mit einem Schwerpunkt zum Tag des Baums lenkt der BUND die Aufmerksamkeit auf Aspekte rund um Bäume und Stadtgrün.
In einer repräsentativen Umfrage hat der Umweltverband Menschen in Städten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen gefragt, wie sie auf Zustand, Pflege und Umfang ihrer Stadtnatur schauen. Fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass sich die politisch Verantwortlichen nicht ausreichend um Straßenbäume und Parks kümmern. In Berlin sind es sogar weit über die Hälfte. Mehr als zwei Drittel wünschen sich mehr schattenspendende Bäume. Angesichts der Häufigkeit von Hitze- und Dürre-Phasen infolge der Klimakrise ein dringliches Anliegen.
Gerade im Frühjahr brauchen Straßenbäume Wasser
Gerade im Frühjahr benötigen Straßenbäume ausreichend Wasser für ihr Blattwachstum. Die Niederschläge in diesem Winter blieben aber zum wiederholten Male hinter dem Jahresmittel zurück. Kurzfristig können die Grünverwaltungen den Bäumen helfen, indem sie in den Trockenphasen gießen. Langfristig hilft den Bäumen aber nur, ihnen mehr Raum zu geben. Für ein schattenspendendes Kronendach und für ein gesundes Wurzelsystem.
Dirk Schäube, Referent für Naturschutz: „Wir müssen die Lebensqualität mit Grün- und Erholungsflächen für Berliner*innen erhalten. Die Stadtnatur gerät immer stärker unter Druck: Freiflächen werden bebaut, Bäume gefällt, Grünflächen versiegelt. Gerade in der Klimakrise brauchen wir ein Umdenken hin zu mehr Schutz und Erhalt von Grün. Kühlende Grünflächen sind kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil von Hitzeschutz, Lebensqualität und Gesundheit in unseren Städten. Mit unserer Kampagne ‚Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt‘ setzen wir genau bei diesem Problem an: Wer Städte zukunftsfähig machen will, muss Grün erhalten statt weiter zuzubauen."
Das Institut Civey hat für den BUND vom 7. bis 11.4.2026 rund 2500 Menschen in Städten mit über 100.000 Einwohner:innen online befragt.
Hintergrund:
Seit 2018 kommt es regelmäßig im Frühjahr zu Perioden mit anhaltender Trockenheit und überdurchschnittlich hohen Temperaturen, die der Land- und Forstwirtschaft zu schaffen machen. Der letzte Waldzustandsbericht kam zu dem Ergebnis, dass sich die Bäume immer noch nicht von den vergangenen Hitzewellen erholt hatten und nur etwa jeder fünfte Baum im Wald frei von Kronenschäden ist.
Der Zustand von Stadt- und Alleebäumen wird nicht einheitlich erfasst, aber auch sie haben durch die wiederkehrende Trockenheit gelitten. Vielen Straßenbäumen fehlt es an ausreichend durchwurzelbaren Raum, der Boden ist stark verdichtet und nur schlecht belüftet. Die Klimakrise bewirkt nicht nur, dass es heißer ist und seltener regnet, sondern die Niederschläge, die fallen treten zunehmend als Starkregen auf, der von ausgetrockneten Böden nicht gut aufgenommen werden kann und ungenutzt in die Kanalisation abfließt. Das Konzept der Schwammstadt hat zum Ziel mit Entsiegelungen und Neupflanzungen die kühlende Wirkung von Bäumen und Freiflächen optimal zu nutzen.
Mehr Informationen:
Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ für Berlin
BUND-Umfrage zu Stadtbäumen und Stadtnatur


