Foto: Dietmar Rabich (CC BY-SA 4.0)
Berlin, 30. September 2025: Zum Medienbericht, dass der Senat plant, weitere sechs Millionen Euro für eine Berliner Olympiabewerbung ausgeben zu wollen, erklärt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin:
„Die Vorliebe für aussichtslose Großprojekte ist ein Merkmal der schwarz-roten Koalition. Seien es hochfliegende Pläne für dutzende Kilometer neuer U-Bahnstrecken, Bebauungsfantasien für das Tempelhofer Feld oder eben der Wunsch, Olympische Spiele in zehn bis 20 Jahren auszurichten. Das ist in der schweren Haushaltskrise absolut unverantwortlich. In Summe würden zweistellige Millionensummen verbrannt.
Während SPD-Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger noch Anfang September Krokodilstränen vergoss, dass leider kein Geld für mehr Blitzer aufzutreiben ist, sollen aus ihrem Etat nun sechs Millionen Euro für die Berliner Olympiabewerbung abgezweigt werden. Dabei tritt die Verkehrssicherheit seit Jahren auf der Stelle. Viel zu viele Menschen sterben auf den Straßen, weil die Verkehrsregeln nicht durchgesetzt werden.
Zudem sind Olympische Spiele das letzte, was Berlin braucht. Wie die vielen anderen Mega-Projekte, mit denen Schwarz-Rot Berlin beglücken will, dienen sie vornehmlich der Ablenkung von den vielen großen und kleinen Problemen der Stadt. Sie fressen bereits in der Anbahnungsphase wertvolle Ressourcen, die dringend benötigt werden, um Berlin zukunftsfest umzubauen. Wärmewende, Mobilitätswende, Klimaanpassung – die Liste der Aufgaben ist gewaltig und wird nicht oder kaum abgearbeitet. Im Verkehrsbereich hat die CDU sogar auf Schubumkehr geschaltet.
Nicht zuletzt: Welche Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, die noch bei Trost sind, sollten Berlin den Zuschlag für ein hochkomplexes Großprojekt mit engem Zeitplan erteilen? Berlin ist offensichtlich nicht in der Verfassung, so etwas zu wuppen. Milliardenkosten und hohe administrative Belastung wären eine extreme Bürde für die wirklich dringlichen Aufgaben in der Stadt. Olympische Spiele haben sich in den letzten 30 Jahren eigentlich immer als Minusgeschäft für die Ausrichterstadt erwiesen.“
Kontakt:
Gabi Jung, Geschäftsführerin BUND Berlin: jung(at)bund-berlin.de


