Neue Studie schätzt 219 Berliner Hitzetote im Sommer 2025

18. September 2025 | Klimaschutz, Umweltgerechtigkeit, Stadtentwicklung, Stadtnatur, Kampagne Grüne Flächen retten, Flächenschutz, Bauen

BUND Berlin fordert: Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!

Foto: ProfCovfefe (CC BY 4.0)

Berlin, 18. September 2025: Forschende des Londoner Imperial College haben in einer neu veröffentlichten europaweiten Analyse auf Basis von Wetter- und Klimadaten errechnet, dass in Berlin 219 Hitzetote im Jahr 2025 zu verzeichnen gewesen sind. Das vom Grantham Institute veröffentlichte Papier kommt zum Schluss, dass zwei Drittel der Hitzetoten (140) auf das Konto der gestiegenen Durchschnittstemperaturen als Folge der Klimakrise gehen. Das ist insofern bemerkenswert und beunruhigend, da diesen Sommer in Berlin keine lang andauernden Extremhitzephasen zu verzeichnen waren.

Das Forschungsergebnis unterstreicht die Dringlichkeit, Grünflächen als natürliche Klimaanlagen keinesfalls weiter zu betonieren oder asphaltieren. Denn Grünflächen sind bis zu acht Grad kühler als bebaute Flächen.

Mit der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ setzt sich der BUND Berlin genau dafür ein. Mindestens bis zur kommenden Wahl wird der BUND Berlin am Beispiel konkreter Freiflächen, für die es Bebauungsabsichten gibt, die Stadtgesellschaft für deren Wert sensibilisieren, der weit über den Hitzeschutz hinausgeht.

Diesen Freitag bildet eine mit Politiker*innen, Expert*innen und Anwohnenden besetzte Diskussions- und Informationsveranstaltung auf dem Tempelhofer Feld den Auftakt (Link). Bereits terminiert ist die Folgeveranstaltung zur Senats-Quartiersplanung Dreieck Späthsfelde in Treptow-Köpenick (Link).

Noch ohne Termin sind weitere Veranstaltungen unter anderem in der Wuhlheide mit Bezug auf die Planung der Hochleistungsstraße TVO und am sogenannten Stadteingang West, der Senatsplanung für die Bebauung von Eisenbahnflächen im Bereich zwischen den Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald.

Parallel ruft der BUND Berlin zur Unterstützung einer Online-Petition auf, die seit dem Start der Sammlung am Dienstag bereits von über 750 Menschen unterstützt wird.

Die drei Kernforderungen lauten:
 

  • Wiesen, Parks, Wälder oder Kleingärten nicht mehr zubauen!
  • Zusätzliche Parks und Wiesen für alle – dort, wo wir leben und arbeiten!
  • Wohnraum auf bereits bebauten Flächen schaffen!

 
Auch in der Studie der Londoner Forschenden wird die Bedeutung von Stadtgrün für die Vermeidung von Hitzetoten hervorgehoben. „Städte sind besonders anfällig für Hitzewellen, da große Mengen Beton und Asphalt sich aufheizen und die Wärme speichern. Verkehr und Energieverbrauch erzeugen zusätzlich Wärme und steigern so die Temperaturen in den Städten auf ein noch kritischeres Niveau. Die Ausweitung von Grün- und Grünflächen verringert nachweislich diesen städtischen Wärmeinseleffekt und schafft wichtige kühlere Räume, die für Menschen in Hitzewellen lebenswichtig sein können, insbesondere für sozioökonomisch schwächere Gruppen, die in dicht bebauten Wohngebieten leben und seltener über Klimaanlagen verfügen“, heißt es wörtlich.

Verena Fehlenberg, Referentin für Stadtnaturschutz BUND Berlin:
„Berlin kann sich ein Weiter-so bei der Bebauung nicht mehr leisten. 2024 wurden am steinernen Alexanderplatz 22 sogenannte Tropennächte gemessen, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad gesunken sind. Im grünen Dahlem waren es gerade mal zwei Tropennächte. Das macht in der Klimakrise einen lebenswichtigen Unterschied.“

Die Studie des Grantham Institute des London Imperial College finden Sie unter diesem Link, die Zahlen für Berlin auf Seite 16 des dort verlinkten PDF-Dokuments.
 
Kontakt:
Verena Fehlenberg, Referentin für Stadtnaturschutz BUND Berlin, 030-78 79 00-59, fehlenberg(at)bund-berlin.de

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