Berlin, 20. November 2025: Unter dem Motto „Reduce. Reuse. Recycle. – Elektroschrott vermeiden“ startet am 22. November 2025 die Europäische Woche der Abfallvermeidung.
Neben einem hohen ökologischen Bewusstsein beim Kauf von Elektrogeräten, dem fach- und umweltgerechten Recycling sowie der Reparatur spielt die möglichst lange Nutzung der Geräte eine große Rolle, um Umweltbelastungen und Elektroschrottberge endlich zu verringern.
Dazu erklärt Tobias Quast-Malur, Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik des BUND Berlin: „Als selbsternannte Zero-Waste-Hauptstadt sollte Berlin den Anspruch haben, das Motto ‚Reduce. Reuse. Recycle. Elektroschrott vermeiden‘ der Woche der Abfallvermeidung vollumfänglich umzusetzen. Deswegen muss nicht nur die Reparatur, sondern auch eine längere Nutzung von Elektrogeräten weiter gestärkt werden. Der schwarz-rote Senat muss deshalb alle Mittelkürzungen sofort zurücknehmen, die die Umsetzung der seit Jahren erfolgreichen Re-Use-Initiative gefährden. Wiederverwendung und Second Hand müssen weiter gefördert werden, damit Berlins Elektroschrottberge nicht immer weiter anwachsen.“
Zwar hat sich die schwarz-rote Regierungskoalition durchgerungen, zunächst geplante teils drastische Kürzungen zurückzunehmen und beispielsweise den Reparatur-Bonus Berlin weiter zu finanzieren. Für eine nachhaltige zukunftsfähige Politik reicht das jedoch nicht aus: Noch sollen die Mittel zur Fortsetzung der erfolgreichen Re-Use-Initiative der Stadt massiv reduziert werden.
Gerade Elektrogeräte hinterlassen einen großen ökologischen Fußabdruck. Viele wertvolle und zum Teil seltene Ressourcen werden benötigt – so auch Edelmetalle und seltene Erden. Deren Abbau ist oftmals mit massiven Eingriffen in die Natur verbunden ist. Dadurch werden wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten zerstört. Transport und Herstellung sorgen für weitere Umwelt- und Klimabelastungen. Schon beim Abbau der nötigen Rohstoffe können freiwerdende Schadstoffe Böden, Wasser und Luft belasten. Gleiches gilt im Falle der illegalen Entsorgung ausgedienter Geräte.
Die Kampagne Re-Use Berlin trägt seit 2018 entscheidend dazu dabei, die Wiederverwendung zu fördern. Im Zuge der Initiative entstanden große und dauerhafte Leuchtturmprojekte wie das BSR-Gebrauchtwarenkaufhaus Noch-Mall, das Re-Use Zentrum für klimaschonende Ressourcennutzung im Haus der Materialisierung oder der A-Gain-Guide für Second-Hand-Kleidung. Mit den Re-Use-Superstores, Fachdialogen, Sammelaktionen und -boxen wurden zahlreiche weitere Möglichkeiten und Bewusstsein für die Umsetzung von Wiederverwendung im Alltag geschaffen. Mehr Infos unter diesem Link.
Für die Umsetzung der Re-Use-Kampagne relevante Kürzungen im Detail
Schwarz-Rot riskiert nun mit seinen drastischen Mittelkürzungen die Fortsetzung dieses erfolgreichen Weges: In Kapitel 0710 des Umweltetats, Titel 54010 „Dienstleistungen“ werden allein in Teilansatz „20. Strategie und Umsetzung Zero Waste“ mit 450.000 Euro über ein Drittel des Budgets gestrichen. Hinzu kommen zwei Drittel Kürzungen von 400.000 Euro im Teilansatz „22. Hochwertige Kreislaufwirtschaft in Berlin (Kommunikation und Kampagne)“. Auch die Mittel im Posten 68569 „Sonstige Zuschüsse für konsumtive Zwecke im Inland“ verlieren im Teilansatz 22 zur Umsetzung der Zero Waste-Strategie“ im Vergleich zum Jahr 2023 mit einer Kürzung von 880.000 Euro über die Hälfte an Budget. Erfolgreiche Kampagnen wie die Re-Use-Initiative können nur bei entsprechender Finanzierung nachhaltig und wirkungsvoll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Der BUND Berlin fordert daher auch mit besonderem Blick auf die ökologisch sinnvolle und besonders wichtige Re-Use-Initiative der Stadt die komplette Rücknahme der Streichungen in den genannten Posten.
Der BUND aktiv bei der Woche der Abfallvermeidung
Der BUND Berlin wird unter anderem bei der Auftaktveranstaltung der Europäischen Woche der Abfallvermeidung vertreten sein. Am Montag, 24. 11. 2025, um 12.35 Uhr berichtet Lysann Steinbacher – BUND Berlin zu „repami – Netzwerk Qualitätsreparatur: Hier bekommen Gegenstände ein zweites Leben“. Das vollständige Programm der Veranstaltung finden Sie unter diesem Link (PDF).
Weiter Angebote des BUND während der Europäischen Woche der Abfallvermeidung finden sich unter diesem Link.
Kontakt:
Tobias Quast-Malur, Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00-55, quast(at)bund-berlin.de


