Zum World Cleanup Day: Mehr Abfallvermeidung für eine saubere, müllarme Stadt!

17. September 2025 | Abfall, Zero Waste

Dreckspatzen-Koalition plant massive Kürzungen im Landeshaushalt und fördert Müllberge und Ressourcenverschwendung

Foto: 4028mdk09 (CC BY-SA 3.0)

Berlin, 17. September 2025: Am 20.9.25 ist World Cleanup Day. Mit Müllsammelaktionen engagieren sich Millionen Menschen weltweit für eine saubere, gesunde und müllfreie Welt. Auch in Berlin sind in diesem Jahr rund um den Aktionstag wieder zahlreiche Cleanups geplant. Der BUND Berlin macht mit zwei Aktionen in der Neuköllner High-Deck-Siedlung auf die Müllprobleme der Hauptstadt aufmerksam.

Zeitgleich agiert der schwarz-rote Senat als Dreckspatzen-Koalition mit massiven Kürzungen der Mittel zur Abfallvermeidung im Landeshaushalt 2026/2027: Trotz Rekordausgaben im Gesamtetat werden die Mittel für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung radikal gekürzt.

Am Donnerstag, dem 18.9.25, diskutiert der Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses erstmals über den Haushalt. Der BUND Berlin fordert die zuständigen Fachpolitiker*innen auf, sich für die Rücknahme der geplanten Streichungen und eine ausreichende Finanzierung von Maßnahmen zur Abfallvermeidung und für nachhaltigen Konsum einzusetzen. Der Reparatur-Bonus muss fortgeführt werden.

Dazu Tobias Quast-Malur, Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik des BUND Berlin: „Noch im Koalitionsvertrag hatte sich Schwarz-Rot zur Zero-Waste-Strategie des Landes Berlin und deren Zielen zur Reduzierung der Berliner Müllmengen bekannt. Das scheint nun vergessen: Die Umsetzung der Zero-Waste-Strategie wird drastisch zusammengekürzt und ausgebremst. Wichtige und notwendige Maßnahmen und Kampagnen zur Verbesserung der Berliner Bioabfallsammlung und zur Stärkung von Wiederverwendung und Recycling von Bau- und Gewerbeabfällen können so nicht stattfinden.

Der Gipfel ist die Streichung des Reparatur-Bonus, mit dem bereits etwa 15.000 Geräte vor dem Elektroschrott gerettet werden konnten. Mit dieser Politik verschärft der Senat die Müllprobleme der Stadt weiter, statt sie zu lösen. Die Abgeordneten müssen jetzt eingreifen und die Streichorgie des Senats im Umweltschutz so weit wie möglich korrigieren! “
 
Die Mittel zur Umsetzung der Berliner Zero-Waste-Strategie werden weit überdurchschnittlich um mehr als 50 Prozent gekürzt. Im Vergleich zu 2025 werden fast 2,7 Mio. Euro gestrichen, erhalten bleiben gerade einmal knapp 2,4 Mio. Euro. Bereits zuvor waren im Etat für Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung im Vergleich zu 2023 1,7 Mio. Euro gekürzt worden. Zugleich werden die in der Zero-Waste-Strategie festgelegten Ziele zur Müllreduzierung deutlich verfehlt: Vom Ziel, die Menge an Haus- und Geschäftsmüll unter die Grenze von 150 kg pro Einwohner*in zu senken, ist man angesichts aktuell über 203 kg pro Einwohner*in in 2024 weit entfernt. Auch die für 2025 definierten Zwischenziele werden absehbar verfehlt. Im Jahr 2024 stieg sogar erstmals seit 2020 die Restmüllmenge im Vergleich zum Vorjahr.

Hinzu kommt die Streichung des Reparatur-Bonus in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Der erst im September 2024 eingeführte Bonus ist eine Erfolgsgeschichte: Jeweils innerhalb weniger Monate waren in den Jahren 2024 und 2025 die Zuschüsse für die Reparatur defekter Gegenstände ausgeschöpft. Wien, Österreich und Thüringen haben entsprechende Programme bereits vielfach verlängert und ausgedehnt. Der Bonus ist zugleich und gerade in Zeiten der ökonomischen Krise eine sinnvolle wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahme: Von ihm profitieren das lokale Handwerk ebenso wie Verbraucher*innen.
 
Neben seinem Engagement auf der politischen Landesbühne setzt der BUND gemeinsam mit zahlreichen Aktiven vor Ort ein deutliches Zeichen gegen die Müllprobleme der Stadt. Hier alle Infos zum Mitmachen:

19.09.2025, Vorplatz Sonnencenter, Sonnenallee 318-334, 12057 Berlin, 15 –18 Uhr: Aktion gegen Lebensmittelverschwendung und Clean-Up beim Fest der Vielfalt, organisiert vom Quartiersmanagement der High-Deck-Siedlung

20.09.2025, Michael-Bohnen-Ring 14, 12057 Berlin, 9 –15 Uhr: Tauschtisch mit Textilien-Upcycling und Cleanup beim Sperrmülltag der HOWOGE in der High-Deck-Siedlung.
Beide Veranstaltungen sind kostenlos und es bedarf keiner Anmeldung.

Die Aktionen und Cleanups sind Teil des BUND-Projekts „High-Decks ohne Müll“ in der Neuköllner High-Deck-Siedlung. Das Projekt läuft dort noch bis zum 31. Dezember 2025 und wird von der Stiftung Naturschutz Berlin aus Mitteln des Förderfonds Trenntstadt Berlin gefördert. Mehr erfahren unter: zero-waste-berlin.de

Kontakt:
Tobias Quast-Malur, Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00-55, quast(at)bund-berlin.de

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