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BUND Landesverband Berlin

Torffrei gärtnern

11. August 2017 | Artenvielfalt, Garten, Klimaschutz

Moore schützen das Klima – schützen Sie Moore!

Als Studierende der Fachhochschule Eberswalde im Auftrag des BUND 2011 eine Umfrage vor Berliner Gartencentern durchführten, hatten 62 Prozent der befragten Kunden keine Ahnung, dass konventionelle Pflanzenerde im Wesentlichen aus Torf besteht und dass der Torfabbau Hochmoore zerstört, die nicht nur vielen Pflanzen und Tieren eine Heimat sind, sondern auch klimaschädliches Kohlendioxid in großem Maße speichern. Der Torf der hierzulande verkauften Erde stammt überwiegend aus Estland. Noch machen Moore etwa 22 Prozent der Fläche in der kleinen baltischen Republik aus. Diese Moore werden in 40 Jahren aber komplett verschwunden sein, wenn der Torfabbau in diesem Tempo weitergeht.

Doch auch diejenigen, die um das Problem wissen, kaufen gelegentlich torfhaltige Erde, schließlich führen die kleinen Kiezblumenläden oft keine torffreie Erde. Bei den Baumärkten und Gartencentern dominieren die torfhaltigen Erden – ganz anders als in England, wo etwa die Hälfte der verkauften Pflanzenerde schon torffrei ist. Der wesentliche Vorteil von Torf ist, neben seinem niedrigen Preis, dass er fast keine Nährstoffe enthält. Das erleichtert die Dosierung von Düngemitteln erheblich, spielt für Hobbygärtner aber eigentlich keine große Rolle. Die Alternativen zum Torf sind Rinden- und Grünschnittkompost, Rindenhumus und Holzfasern. Auch diese Stoffe verbessern die Böden, versauern im Gegensatz zu Torf aber kaum.

Der BUND hat eine Liste von Herstellern und Händlern torffreier Pflanzenerde zusammengestellt. Aber Vorsicht: Fast alle dort aufgeführten Firmen bieten auch torfhaltige Erde an. Manche Produkte bewerben sie als „torfreduziert“, wobei der Torfanteil hier bei bis zu 80 Prozent liegt.

Die Liste der torffreien Erden erhalten Sie unter www.bund.net/torffrei

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