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BUND Landesverband Berlin

Warum die Offene Gesprächsrunde Stadtnaturschutz?

Der Berliner Landesverband des BUND hat sich als Aufgabe gesetzt, „Natur und naturgemäße Umwelt zur Erhaltung und Wiederherstellung der naturbedingten Einheit von Leben und Umwelt“ zu schützen und zu pflegen.
In Berlin bedeutet diese Aufgabe eine besondere Herausforderung, da sie sich auch auf die Stadt selbst bezieht: Für die Stadt ist typisch, dass sich entsprechend der unterschiedlichen Strukturen städtischer Bereiche vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere herausgebildet haben, die in ihrer Vielfalt, Schönheit und ökologischen Bedeutung den ländlichen Lebensräumen nicht nachstehen müssen.

Diese natürlichen Nischen im innerstädtischen Gefüge erfüllen neben ihrer Biotop- und Naturhaushaltfunktion eine weitere, ganz wesentliche Funktion: Sie erlauben das Erleben von „Natur“ im unmittelbaren Wohnumfeld und sind so in Bezug auf die Umweltbildung eine wichtige Ergänzung zu der Erfahrung der großen naturnahen Lebensräume außerhalb der Städte.

Der Naturschutz in der Stadt dient für uns als BUND deswegen nicht nur der Sicherung von Lebensräumen und des Erhalts des Naturhaushalts, sondern auch als Erfahrungsbereich für unmittelbares Naturerleben der Stadtbewohner. Unser Ziel ist es dabei, alle in unserer Großstadt lebenden sozialen und ethnischen Gruppen für die Natur zu begeistern, ihr Engagement für sie zu fördern sowie von ihren Erfahrungen zu lernen.

Da Grün- und Freiflächen für den einzelnen Grundstückseigner aber eine eher unprofitable Nutzung darstellt, sieht sich der Schutz der Natur – und somit sehen auch wir uns –  in einer ständigen Konfrontation mit den Bodenverwertungsinteressen der Grundstückseigner.

In der Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz mit geladenen Referent*innen setzen wir uns deswegen mit kritischen Baumaßnahmen, Planungen, Pflegekonzepten und der durch sie gefährdeten städtischen Natur auseinander.  

Sie sind herzlich eingeladen mitzumachen!

Die Offenen Gesprächsrunden Stadtnaturschutz finden immer am 1. Montag um 18 Uhr – falls nicht Feiertag o. ä. – in der Landesgeschäftsstelle in Schönberg statt.

Das Programm für das Sommerhalbjahr 2020

Aufgrund der aktuellen Empfehlungen der Bundesregierung zur Vermeidung der Ausbreitung von Corona sagen wir vorsorglich alle BUND Veranstaltungen bis Ende Mai ab. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Mo., 3. Februar, 18 Uhr

Vogelsterben an Glasfassaden. Mit Claudia Wegworth, Vogelexpertin beim BUND Berlin e.V.

In Berlin sterben jedes Jahr geschätzt vier Millionen Vögel durch Anprall an Glasfassaden (Vogelschlag an Glas). Dieser menschengemachte Tötungsfaktor wäre durch alternative Bauweisen und gestalterische Schutzmaßnahmen vermeidbar. Trotz der inzwischen umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnisse über wirksame Vermeidungsmöglichkeiten und auch bestehender Regelungen zur obligatorischen Vermeidung von Vogelschlag an Glas, werden auch in Berlin nach wie vor zahlreiche neue Glasbauten genehmigt und gebaut, ohne, dass dieses Thema berücksichtigt wird. Wie kommt es dazu? Dieser Frage ist Vogelexpertin Claudia Wegworth vom BUND Berlin in ihrer Studie Vogelschutz und Glasarchitektur im Stadtraum Berlin nachgegangen. Die Ergebnisse der Studie und die Frage, was jeder einzelne von uns gegen Vogelschlag am heimischen Fenster tun kann, wird Sie uns in der Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz erläutern.

 

Mo., 2. März, 18 Uhr: FÄLLT AUS

Vom „Allerweltsvogel“ zur bedrohten Art? - Bestand, Entwicklung und Aspekte zum Schutz des Haussperlings in Berlin. Mit Dr. Jörg Böhner, Verhaltensbiologe und Vorsitzender der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft

In Berlin hält man sie für selbstverständlich: Spatzen. Bei uns trifft man sie anscheinend noch überall und wenn man ihnen begegnet, lassen sie auch keinen Zweifel daran, dass diese Stadt auch ihnen gehört. Ihr energisches Tschilpen gehört zum „Sound of Berlin“. Sie flitzen in Lichtgeschwindigkeit und Platz da!–Manier vor unseren Füßen rum, bedienen sich ungeniert von unseren Tellern und nisten sich ungefragt in unseren Häusern ein. Anarchistische Hausbesetzer also? Schmarotzer? – Mitnichten! Spatzen sind faszinierende Überlebenskünstler, denen es gelungen ist, sich an eine für sie eigentlich lebensfeindliche Umgebung anzupassen.  Kaum ein Wildtier wagt sich so nah an uns Menschen heran wie der Spatz. Aber auch die beste Überlebensstrategie hat seine Grenzen. In vielen Großstädten ist die Zahl von Haussperlingen stark zurückgegangen und in manchen Regionen Deutschlands stehen die Vögel auf der Vorwarnliste der bedrohten Tierarten. Wie steht es also um unsere Berliner Spatzen? Dieser Frage möchten wir gemeinsam mit dem Verhaltensbiologen und Vorsitzenden der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft, Dr. Jörg Böhner in unserer Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz nachgehen. Zudem wird uns BUND-Vogelexpertin Claudia Wegworth und Leiterin des Projektes Berliner Spatzenretter unterschiedliche Hilfsmaßnahmen für Spatzenfamilien vorstellen.

 

Mo., 6. April, 18 Uhr: FÄLLT AUS

Es grünt so grün, wenn Berlins Gebäude blühen – Fakten, Argumente und Empfehlungen für die Dach- und Fassadenbegrünung. Mit Dr. Sebastian Schmauck, Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Es wird heißer in Berlin und das ist vor allem in den dicht bebauten Stadtquartieren zeitweise schwer zu ertragen. Immer häufiger sprechen Umwelt- und Stadtentwicklungsbehörden daher von der Dach- und Fassadenbegrünung, die nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung des Lokalklimas leisten sondern auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen kann. In Berlin sind aktuell nur etwa 4% der Dächer begrünt. 1.000 neue grüne Dächer sollen mit Hilfe eines Förderprogramms der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in den nächsten Jahren dazu kommen. Doch reicht das aus? Müsste die Dach- und Fassadenbegrünung nicht integraler Bestandteil aller künftigen Bau- und Sanierungsprojekte werden, um sich an den Klimawandel wirksam anpassen zu können? In der Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz wird uns Dr. Sebastian Schmauck vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) einen Überblick über die Leistungen und Funktionen von Dach- und Fassadenbegrünungen geben und uns erläutern, für welche Häuser sich welche Begrünung eignet und welche naturschutzrechtlichen Planungsinstrumente und Festsetzungsmöglichkeiten es dafür in der Bauleitplanung gibt.

 

Mo., 4. Mai, 18 Uhr: FÄLLT AUS

Das Berliner Ökokonto auf dem Prüfstand - Chance oder Risiko für die Stadtnatur? Mit Manfred Schubert, Geschäftsführer der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN)

Wird irgendwo gebaut, muss die Natur dafür funktionsbezogen entschädigt werden: Wenn Bäume gefällt werden, müssen Bäume neu gepflanzt werden; wenn Wiesen asphaltiert werden, sollen versiegelte Flächen entsiegelt und zu Wiesen aufgewertet werden. Das war nicht immer so. Jahrelang hatten die Bezirksämter und Senatsverwaltung die von Investoren zu finanzierenden Ausgleichsmaßnahmen für alle möglichen Verschönerungen der Stadt genutzt. Erst seit einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts im Jahr 2015 ist diese Praxis nicht mehr zulässig. Doch trotz dieser Neuregelung wurden Kompensationsmaßnahmen in der Vergangenheit häufig nur unzureichend oder sehr spät umgesetzt. Auch Nachkontrollen sind, wie Untersuchungen der Berliner Naturschutzverbände gezeigt haben, nur sporadisch durchgeführt worden. Das sich derzeit noch in der Planung befindliche Berliner Ökokonto sieht eine gezielte Bevorratung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor, die bei späteren Eingriffen in Natur und Landschaft als Kompensationsmaßnahmen angerechnet werden können. Doch trägt das wirklich zu einer Verbesserung der Anwendung der Eingriffsregelung bei und wenn ja, welche Kriterien sind für das Gelingen des neuen Ökokontos wichtig und warum? Diesen Fragen werden wir gemeinsam mit Manfred Schubert, Geschäftsführer der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) auf den Grund gehen. Als Serviceeinrichtung der Berliner Naturschutzverbände begleitet die BLN die Einführung des Berliner Ökokontos seit vielen Jahren.

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