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BUND Landesverband Berlin

Warum die Offene Gesprächsrunde Stadtnaturschutz?

Der Berliner Landesverband des BUND hat sich als Aufgabe gesetzt, „Natur und naturgemäße Umwelt zur Erhaltung und Wiederherstellung der naturbedingten Einheit von Leben und Umwelt“ zu schützen und zu pflegen.
In Berlin bedeutet diese Aufgabe eine besondere Herausforderung, da sie sich auch auf die Stadt selbst bezieht: Für die Stadt ist typisch, dass sich entsprechend der unterschiedlichen Strukturen städtischer Bereiche vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere herausgebildet haben, die in ihrer Vielfalt, Schönheit und ökologischen Bedeutung den ländlichen Lebensräumen nicht nachstehen müssen.

Diese natürlichen Nischen im innerstädtischen Gefüge erfüllen neben ihrer Biotop- und Naturhaushaltfunktion eine weitere, ganz wesentliche Funktion: Sie erlauben das Erleben von „Natur“ im unmittelbaren Wohnumfeld und sind so in Bezug auf die Umweltbildung eine wichtige Ergänzung zu der Erfahrung der großen naturnahen Lebensräume außerhalb der Städte.

Der Naturschutz in der Stadt dient für uns als BUND deswegen nicht nur der Sicherung von Lebensräumen und des Erhalts des Naturhaushalts, sondern auch als Erfahrungsbereich für unmittelbares Naturerleben der Stadtbewohner. Unser Ziel ist es dabei, alle in unserer Großstadt lebenden sozialen und ethnischen Gruppen für die Natur zu begeistern, ihr Engagement für sie zu fördern sowie von ihren Erfahrungen zu lernen.

Da Grün- und Freiflächen für den einzelnen Grundstückseigner aber eine eher unprofitable Nutzung darstellt, sieht sich der Schutz der Natur – und somit sehen auch wir uns –  in einer ständigen Konfrontation mit den Bodenverwertungsinteressen der Grundstückseigner.

In der Offenen Gesprächsrunde Stadt-Naturschutz mit geladenen Referent*innen setzen wir uns deswegen mit kritischen Baumaßnahmen, Planungen, Pflegekonzepten und der durch sie gefährdeten städtischen Natur auseinander.  

Sie sind herzlich eingeladen mitzumachen!

Die Offenen Gesprächsrunden Stadt-Naturschutz finden immer am 1. Montag um 18 Uhr – falls nicht Feiertag o. ä. – in der Landesgeschäftsstelle in Schönberg statt.

Das Programm für das Winterhalbjahr 2019

Mo, 2. Sep, 18 Uhr

Wasser, Wasser überall?  Mit Dr. Klaus Möller, Umweltvorhaben Berlin-Brandenburg (UBB)

Wer durch Ber­lin fährt, bekommt den Eindruck, dass es an Wasser sicher nicht mangelt. Doch der Eindruck täuscht, denn der Stadtstaat zwischen Oder und Elbe zählte schon immer zu den trockensten Gegenden der Republik. Dennoch ist Berlin die einzige Großstadt der Welt, die sich autark – also ohne Hilfe von außen – mit Trinkwasser versorgt. Das liegt insbesondere an mehr als 40 Jahren Teilung. Vor allem West ­Berlin war darum besorgt, dass ihm im Falle einer Blockade nicht der Trinkwas­serhahn abgedreht werden konnte. So ent­stand ein einzigartiges Versorgungssystem, welches allerdings mehr und mehr vor großen Herausforderungen steht. Während die Niederschläge zurückgehen und weniger Grundwasser neu gebildet wird, steigt die Nachfrage mit dem Zuzug neuer Menschen in die beliebte Hauptstadt. Mit sinkendem Grundwasserstand drohen Feuchtbiotope zu vertrocknen. Bei Starkregenereignissen wiederum läuft ungeklärtes Wasser in unsere Oberflächengewässer. Darüber hinaus machen der Spree steigende Sulfat-Konzentrationen als Folge der Braunkohleindustrie in der Lausitz zu schaffen.

Sie sehen, das Wasserthema in Berlin ist sehr komplex. Es wird daher höchste Zeit, es im Rahmen der Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz zu thematisieren und zu diskutieren. Eingeladen haben wir Dr. Klaus Möller, Geschäftsführer von UBB Umweltvorhaben Dr. Klaus Möller GmbH. Als Herausgeber und Bearbeiter des Wasserversorgungskonzeptes für Berlin ist er absoluter Experte auf diesem Gebiet.


Mo, 7. Okt, 18 Uhr

Der Wolf im Fokus: Zwischen Wut, Angst und Sympathie. Mit Mario Sitte, BUND Brandenburg e.V.

Seit nun mehr als 10 Jahren ist der Wolf in Brandenburg wieder heimisch. Um das Miteinander von Mensch und Wolf zu verbessern, engagiert sich der BUND Brandenburg bei der Überarbeitung des veralteten Wolfsmanagementplans von 2017. Der Plan dient dazu, ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf im Land Brandenburg zu gewährleisten. Dies geschieht auf der Grundlage der bestehenden Gesetze.

Mario Sitte vom BUND Brandenburg wird uns erläutern, warum wir auch unabhängig vom gesetzlichen Schutz des Wolfes am Credo "Managen statt jagen!" festhalten sollten. Denn sowohl die Wissenschaft als auch die jüngsten Erfahrungen aus den anderen Bundesländern liefern stichhaltige Argumente gegen eine Aufnahme des Wolfes in das Deutsche Jagdgesetz.


Mo, 4. Nov, 18 Uhr

Von der Kiefer zum Mischwald: Waldumbau in Berlin. Mit Dirk Riestenpatt, Berliner Forsten

Ohne seine Wälder wäre Berlin nur schwer vorstellbar. Sie sind die grüne Lunge für die Großstadt, schützen unser Trinkwasser und wenn man mal eine kurze Auszeit braucht, ist der Weg nicht weit. Doch dem Wald geht es nicht so gut, die einschichtigen Kiefernbestände, die noch immer mehr als 60 % des Gesamtbestandes ausmachen, sind gegenüber Klimawandel und Trockenheit nicht resistent genug.

Der Wald muss sich anpassen, aus anfälligen Reinbeständen sollen widerstandsfähigere Mischwälder werden. Das Land Berlin strebt eine jährliche Waldumbaurate von 300 ha an. Doch angesichts der starken Trockenheit ist beim Waldumbau viel Fingerspitzengefühl gefragt, welches den Wald als selbstregulierendes Ökosystem begreift. Gleichzeit müssen Artenschutz und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut gebracht werden.

Unser Gast Dirk Riestenpatt ist bei den Berliner Forsten verantwortlich für die Bereiche Betriebssteuerung, Waldbau und FSC-Zertifizierung. "Nebenbei" ist er auch Vorsitzender des FSC Deutschland, ein gemeinnütziger Verein der eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland fördert.


Mo, 2. Dez, 18 Uhr

Effektive Regenwassernutzung in der Stadt: Wie steht es um das Berliner Regenwasserkonzept? Mit Hanna Krüger, Berliner Regenwasseragentur

Neben Hitze und langanhaltender Trockenheit wird Berlin immer wieder auch von Starkregenereignissen heimgesucht. So fiel im Juni 2017 innerhalb von 18 Stunden so viel Wasser vom Himmel wie sonst innerhalb eines Vierteljahres. Prima möchte man meinen, wenn es sonst doch so wenig regnet?!

Der hohe Versiegelungsgrad in Berlin führt allerdings dazu, dass das Niederschlagswasser oberflächlich abfließt und kanalisiert aus dem Stadtgebiet abgeleitet wird. Zur Grundwasserneubildung trägt ein Ereignis wie dieses daher so gut wie gar nicht bei. Zudem haben Starkregenereignisse negative Auswirkungen auf die Oberflächengewässer. Kommt die Kanalisation an ihre Grenzen, läuft verunreinigtes Abwasser in die Spree über und verursacht dort extremen Sauerstoffmangel, der wiederum die Fische sterben lässt.

Das Konzept der Schwammstadt, auch bekannt als dezentrales Regenwassermanagement, möchte eine Antwort auf diese Probleme geben. Mit ihm soll Regenwasser lokal aufgenommen und gehalten werden. Dadurch können nicht nur Überflutungen vermieden, sondern auch das Stadtklima verbessert und das Stadtgrün gestärkt werden.

In der Koalitionsvereinbarung hat Berlin sich zum Ziel gesetzt, ein Berliner Regenwasserkonzept zu entwickeln. Dafür wurde eigens eine Regenwasseragentur bei den Berliner Wasserbetrieben geschaffen, die den Senat, unter Einbeziehung der Stadtgesellschaft, bei diesem Vorhaben unterstützen soll.

Wir freuen uns sehr, dass die Berliner Regenwasseragentur bei uns zu Gast ist und uns berichten wird, welche konkreten Vorgaben und Aktivitäten es bereits für ein Berliner Regenwasserkonzept gibt und welche Rolle die Regenwasseragentur dabei einnimmt.

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