Klimaschutz von unten

09. Mai 2023 | BUNDzeit-Artikel, Energiewende, Klimaschutz

Zwei BUND-Projekte aus Brandenburg und Berlin stehen exemplarisch für viele Initiativen aus der Zivilgesellschaft

Tanzen, als ob es ein Morgen gäbe. Foto: Robert Herold

RevierUPGRADE

In Cottbus und Umgebung spürt man den vom Kohleausstieg ausgelösten Strukturwandel schon deutlich. Die Flutung des früheren Tagebaus Cottbus Nord zum Cottbusser Ostsee kommt aufgrund des regionalen Wassermangels zwar nicht voran, dafür sucht die Bahn für ihr neues ICE-Instandhaltungswerk schon Personal und für die medizinische Ausbildung soll die Lausitz eine weitere Universität bekommen. Also alles bestens? Eher nicht, denn die Sichtweisen und Bedürfnisse von jungen Menschen kommen immer noch zu kurz. Das wollen die BUNDjugend und das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) mit ihrem vom KoMoNa- Programm des Bundesumweltministeriums geförderten Projekt „RevierUPGRADE“ nun ändern.

Mit einem Lastenfahrrad kommen die Mitarbeitenden des Projekts in die vom jahrzehntelangen Braunkohleabbau gezeichneten Dörfer und Städte des Mitteldeutschen und des Lausitzer Reviers in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg; im Gepäck haben sie unter anderem Future Labs, Workshops und Coachingprogramme. Ihr Ziel: Jugendliche dergestalt zu stärken, dass sich diese Gehör für ihre Sorgen und Wünsche verschaffen – kurz: den Strukturwandel mitgestalten können. Welche Themen des Stadt- und Dorflebens ihnen wichtig sind, entscheiden die Jugendlichen, die an den RevierUPGRADE-Veranstaltungen teilnehmen, selbst.

Auf der Auftaktveranstaltung im März haben rund 50 Akteur*innen aus den Revieren teilgenommen und Input zu den Bedürfnissen von Jugendlichen in den künftig kohlefreien Regionen geliefert. Es zeichnet sich ab, dass neben allgemeinen Gerechtigkeits- und Partizipationsthemen auch sehr greifbare Wünsche wie etwa nach Treffpunkten und dem Erhalt des städtischen Baumbestands eine große Rolle spielen werden. Lokale Initiativen sind herzlich eingeladen, sich miteinzubringen!

Kontakt Cottbus: Bastian.Ascher[ät]BUNDjugend-brandenburg.de
Instagram: @revierupgrade

Nachhaltige Festivalkultur

Im Grünen feiern und dabei auf die Umwelt achten – dazu bekennen sich die Veranstaltenden, die Anfang April den Code of Conduct für nachhaltige Festivalkultur erstunterzeichnet haben. Der Code of Conduct ist ein Nachhaltigkeitskodex für Festivals und Open Airs, den die Initiative Clubtopia und Akteur*innen der Festivalszene gemeinsam erarbeitet haben. Erstunterzeichner*innen sind die Festivals Feel Festival, Fluid Festival, Wilde Möhre, Prærie Festival, Lusatia, Wumms, Mit Dir Festival, Modular Festival und das Sea You Festival.

Festivals und Open Airs dient der Code of Conduct als umfassende Grundlage für ein eigenes Nachhaltigkeitskonzept, mit dem sie sich zu konkreten Zielen des Klima- und Umweltschutzes bekennen. Er umfasst die Bereiche Nachhaltigkeitskommunikation, umweltfreundliche Mobilität, Energie sparen, Ressourcenschutz, Abfallvermeidung, Catering, Naturschutz, Treibhausgasvermeidung und soziale Aspekte. Welchen Weg sie zu den einzelnen Nachhaltigkeitszielen beschreiten, ist Sache der Unterzeichnenden. Dazu erhalten sie eine Liste von erprobten Maßnahmen, die sich flexibel an die unterschiedlichen Bedingungen ihrer jeweiligen Veranstaltung anpassen lassen.

Der Code of Conduct für eine nachhaltige Festivalkultur ist eine Weiterentwicklung des Code of Conduct für eine nachhaltige Clubkultur „Zukunft-Feiern!”, den Clubtopia im Herbst 2021 in Berlin gelauncht hatte und der in Hauptstadt bisher zwölf Unterzeichner*innen zählt. Clubtopia ist ein gemeinsames Projekt von BUND, clubliebe e. V. und der Clubcommission Berlin. Jetzt kommt es darauf an, dass viele weitere Veranstaltende den Code of Conduct unterschreiben.

Kontakt: hello[ät]clubliebe-festival.org
www.zukunft-feiern.de

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 2023-2.

Mehr zum Schwerpunktthema Demokratie und Klimaschutz:
Lasst uns die Blockade auflösen: Zivilgesellschaftliches Engagement für den Klimaschutz ist wichtiger denn je
„Die Stadtgesellschaft muss mitreden“: Interview mit Volksentscheid-Sprecherin Jessamine Davis
Ökotipp: Beteiligung an Planungsverfahren
Demokratie und Klimaschutz in Zahlen

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb