10 Jahre Engagement für einen besseren Nahverkehr:

30. März 2026 | Infrastruktur, ÖPNV, Stadtentwicklung, Verkehr

Bündnis Pro Straßenbahn feiert Jubiläum

Foto: Sebastian Petrich

Gemeinsame Pressemitteilung Bündnis Pro Straßenbahn

Berlin, 30.03.2026: Im April 2016 schlossen sich 17 Berliner Organisationen zusammen, um etwas zu bewegen: ein modernes, barrierefreies und klimafreundliches Straßenbahnnetz für ganz Berlin! Jetzt feiert das Bündnis Pro Straßenbahn sein 10-jähriges Jubiläum. Es blickt auf ein Jahrzehnt ehrenamtlichen Engagements zurück, das die Mobilitäts- und Verkehrspolitik der Hauptstadt mitgeprägt hat. 

Bereits bei den Koalitionsverhandlungen 2016 gelang es dem Bündnis, Forderungen zum Ausbau des Straßenbahnnetzes im Koalitionsvertrag zu verankern. 2021 wurden die Vorschläge des Bündnisses Pro Straßenbahn in den Koalitionsvertrag übernommen. Der Forderungskatalog für die Legislaturperiode 2026 – 2031 ist in Arbeit. 

Ein Meilenstein war 2018 der Internationale Straßenbahnkongress der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der auf Initiative des Bündnisses zustande kam und Berlin als Stadt mit dem drittgrößten Straßenbahnnetz der Welt wieder auf die internationale Bühne der Straßenbahnentwicklung brachte.

Mit dem für Berlin entwickelten Zielnetz 2050 legte das Bündnis im selben Jahr eine umfassende und viel beachtete Vision für die Zukunft des Berliner Straßenbahnnetzes vor. Die 2024 veröffentlichte Neuauflage bestätigte erneut das große öffentliche Interesse an einer modernen, verlässlichen Straßenbahn in der deutschen Hauptstadt. 

Doch das Bündnis blickt nicht nur zurück. Es warnt seit Jahren vor immer wieder stockenden Straßenbahnplanungen und einem zu langsamen Ausbau des Netzes. Deshalb muss die Umsetzung des Bedarfsplans zum Nahverkehrsplan 2019 – 2023 nach Meinung des Bündnisses auch weiterhin gelten, ergänzt um die Strecke Rummelsburg – Köpenick.

Leider wird die Netzplanung vom jetzigen Senat im Entwurf des neuen Nahverkehrsplans 2026 – 2028 aus nicht nachvollziehbaren Gründen bis zur Unkenntlichkeit zusammengestrichen. Dessen zum Trotz brauchen neben den dichten Innenstadtquartieren auch und gerade Bezirke am Stadtrand, wie Spandau, wo der Busverkehr völlig überlastet ist, dringend eine leistungsfähige Straßenbahnerschließung. Außerdem muss es endlich einen positiven Abschluss der Planverfahren für die Strecken zum Ostkreuz und in Mahlsdorf geben sowie eine konsequente Vorrangschaltung für die Straßenbahn.

Die Vernachlässigung des Bestandsnetzes wird vom Bündnis Pro Straßenbahn ebenfalls seit langem kritisiert.
Die unangenehmen Konsequenzen bekommen die Berlinerinnen und Berliner seit Monaten insbesondere auf der Straßenbahnlinie 21 zu spüren, auf der auf einem zentralen Abschnitt der Betrieb für unbestimmte Zeit eingestellt wurde.

„Straßenbahnen sind barrierefrei, klimafreundlich und bei Fahrgästen beliebt – genau das, was Berlin braucht“, betont das Bündnis. Zum Jubiläum richtet es einen deutlichen Appell an den künftigen Senat: Die Mobilitäts- und Verkehrswende gelingt nur, wenn die Straßenbahn als Bestandteil des ÖPNV endlich konsequent ausgebaut wird – in allen Teilen der Stadt.

 

BÜNDNISPARTNER*INNEN

• ACE Auto Club Europa e.V., Kreis Berlin

• AG Verkehr  des Moabiter Ratschlags e. V.

• Berliner Fahrgastverband IGEB e.V.

• Bündnis 90/Die Grünen Berlin

• Berufsverband Führungskräfte Deutscher Bahnen e. V., Region Berlin-Brandenburg

• BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Berlin e.V.

• Changing Cities Berlin

• Deutscher Bahnkunden-Verband e.V., Regionalverband Berlin

• Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus von Berlin

• Fachausschuss Mobilität der SPD Berlin

• FUSS e.V., Fachverband Fußverkehr

• Grünzüge für Berlin

• NaturFreunde Deutschlands e.V., Landesverband Berlin

• PRO BAHN Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.

• VCD Verkehrsclub Deutschland Landesverband Nordost e.V.

• VDV Verband Deutscher Verkehrsunternehmen, Landesgruppe Ost

• ver.di

 

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