Bebauung des Mariendorfer Dreifaltigkeitsfriedhof III ist nicht alternativlos

13. Mai 2026 | Bauen, Bäume, Stadtentwicklung, Stadtnatur, Kampagne Grüne Flächen retten

Stadtentwicklungsausschuss Tempelhof-Schöneberg beschäftigt sich mit BUND-Vorschlägen

Foto: BUND Berlin/Björn Obmann

Berlin, 13. Mai 2026: Diesen Mittwoch ab 17 Uhr tagt der Stadtentwicklungsausschuss Tempelhof-Schöneberg. In der Sitzung beschäftigt er sich unter anderem mit den vom BUND Berlin vorgeschlagenen Alternativen zur Bebauung des Mariendorfer Dreifaltigkeitsfriedhofs III. Das Bezirksamt ist in Folge des erfolgreichen Einwohnerantrags der Bürgerinitiative Mariendorf-Nord mit der Prüfung von Alternativflächen für das vom Investor „Campus Schätzelberg“ getaufte Bauvorhaben beauftragt worden.

Als Mitglied der Bürgerinitiative Mariendorf-Nord wird BUND-Naturschutzexperte Dirk Schäuble im Rahmen der Behandlung der bezirklichen Prüfergebnisse sprechen.

Es geht hier nicht um ein pauschales Nein zum Wohnungsbau. Es geht um die Frage, wo wir bauen und wie wir bauen. Und ob wir in Zeiten von Klimakrise, Artensterben und dem Verlust von Grün- und Erholungsflächen endlich bereit sind, Stadtentwicklung wirklich neu zu denken.

Dazu erklärt Dirk Schäuble:
„Das Bezirksamt bestätigt selbst, dass es auf bereits versiegelten Flächen in Tempelhof-Schöneberg erhebliche Wohnbaupotenziale gibt. Die entsprechende Mitteilung des Bezirksamts beschreibt beispielsweise an der Ullsteinstraße 93 bis 105 ein etwa 16.200 Quadratmeter großes, stark versiegeltes Grundstück, derzeit genutzt für Kfz-Handel. Und sie besagt, dass dort bei entsprechender Dichte genug Geschossfläche für das geplante Vorhaben realisierbar wäre. Das ist der entscheidende Punkt.

Diese Fläche scheitert laut Bezirksamt nicht daran, dass sie ungeeignet wäre. Sondern es geht um das bestehende Planungsrecht und um Eigentumsverhältnisse. Aber genau das ist keine naturgegebene Grenze. Das ist eine politische Aufgabe. Flächennutzungspläne und Bebauungspläne können geändert werden. Und über Eigentum kann gesprochen, verhandelt und politisch Druck aufgebaut werden.

Wenn Umwidmung auf einer Grünfläche möglich ist, dann muss sie auch auf einer versiegelten Fläche möglich sein. Alles andere ist keine Sachlogik. Alles andere ist eine politische Entscheidung.

Politik ist nicht dazu da, immer den einfachsten Weg für eine Vorhabenträgerin freizuräumen. Politik ist dazu da, die beste Lösung für die Allgemeinheit zu suchen. Und das bedeutet in diesem Fall aus unserer Sicht ganz klar: Erst die versiegelten Potenziale ausschöpfen, bevor wertvolle Grün- und Erholungsflächen preisgegeben werden.

Alle Unterlagen zum Besprechungspunkt Ö 8.7 der Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses Tempelhof-Schöneberg finden Sie unter diesem Link.

Das Dossier des BUND Berlin „Bauprojekte auf grünen Flächen?“ mit Vorschlägen für umweltgerechte Alternativstandorte finden Sie unter diesem Link.
 

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