Da hilft keine planerische Kosmetik – Späthsfelde muss frei bleiben

12. November 2025 | Artenvielfalt, Bauen, Flächenschutz, Kampagne Grüne Flächen retten, Stadtentwicklung, Stadtnatur, Verkehr

BUND Berlin lehnt geplantes Stadtquartier mit 3600 Wohnungen ab

Foto: Dirk Lauber/SenStadt

Berlin,12. November 2025: Ab diesem Freitag werden auf dem Gelände der Späth’schen Baumschulen eine Woche lang die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beauftragten planerischen Konzepte für die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers Dreieck Späthsfelde ausgestellt (14. 11. - 21. 11.). Parallel können die Konzepte auf mein.berlin.de (https://mein.berlin.de/vorhaben/2025-01089/) eingesehen und diskutiert werden. Der BUND Berlin lädt Bürgerinnen und Bürger dazu ein, die Gelegenheit zur Kommentierung rege zu nutzen.

Der BUND Berlin lehnt die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers in Späthsfelde ab. Die Freiflächen sind zu wertvoll für eine nachhaltige Stadtentwicklung, um sie zu bebauen. In Berlin dürfen generell keine Freiflächen mehr bebaut werden, wie der BUND Berlin in seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Klimaschutz jetzt“ darlegt. Neuer Wohnraum muss auf bereits bebauten Flächen entstehen – davon gibt es mehr als genügend für den absehbaren Bedarf.

Am 28. Oktober hat das Gutachtergremium der Senatsverwaltung den Entwurf des Planungsteams Christoph Kohl Stadtplaner Architekten (Stadtplanung), Fugmann Janotta Partner (Landschaftsplanung) und Hoffmann-Leichter (Verkehr) als präferierte Idee zur weiteren Qualifizierung und Konkretisierung ausgewählt.

Dazu erklärt Andrea Gerbode vom BUND Berlin: „Wir erkennen an, dass durch eine gewisse Konzentration Baumschulenflächen freigehalten werden und die Bebauung auch von der Königsheide abgerückt ist. Letztlich sind aber auch das kosmetische Änderungen, die am Grundproblem der Bebauungspläne nichts ändern. Denn weiterhin sollen große Freiflächen, darunter sehr viele Kleingärten, bebaut werden – mit gravierenden Auswirkungen auf Stadtnatur und die Anpassung an die Klimakrise. Die laut Planung verbleibenden Grünzüge und Flächen werden dem massiven Erholungsdruck durch rund 9000 neue Bewohnende sowie zusätzlich die Beschäftigten der neuen Gewerbeflächen nicht standhalten können. Wertvolle Biotope werden zu reinen Erholungsflächen zweckentfremdet.

Dazu kommt die explodierende Verkehrsnachfrage, auf die mit dem Bau einer neuen Umgehungsstraße reagiert wird. Die Straßenschneise soll perspektivisch bis zur Minna-Todenhagen-Brücke verlängert werden.“

Weitere Informationen zur Position des BUND Berlin zum Dreieck Späthsfelde finden Sie hier und hier.

Auf unserer Internetseite Umweltzone Berlin finden Sie zahlreiche weitere Informationen zum Dreieck Späthsfelde in diesem und diesem Beitrag.

Weitere Informationen zu unserer Kampagne „Grüne Flächen retten – Klimaschutz jetzt“ finden Sie hier: https://www.bund-berlin.de/mitmachen/gruene-flaechen-retten-hitzeschutz-jetzt/
 

Kontakt
Andrea Gerbode, Sprecherin des BUND Arbeitskreis Dreiländereck, gerbode(at)bund-berlin.de

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb