Fossiler Rollback auf Bundesebene gefährdet auch die Berliner Wärmewende

15. März 2026 | Klimaschutz, Infrastruktur, Klimawandel

Geplante Gesetzesänderungen erfordern energische Steuerung auf Landesebene

Foto: böhringer friedrich (CC BY-SA 3.0)

Berlin, 15.03.2026: Das auf Bundesebene geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) als Ersatz für das noch gültige Gebäudeenergiegesetz (GEG) zwingt Senat und Koalition zum Handeln.

Laut der am Samstag vorgestellten Klimabilanz 2025 des Umweltbundesamts lagen die Emissionen im Gebäudesektor 2025 bundesweit bei 103,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Dies entspricht einer Steigerung um 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, obwohl die Zahlen sinken müssten.

Da zentrale Klimaschutzinstrumente auf Bundesebene im Sinne der Fossilindustrien zurückgedreht werden, muss die Berliner Landesebene wesentlich stärker steuernd in der Klima- und Wärmepolitik eingreifen.

Ansonsten droht nicht nur ein weiteres Zurückfallen bei den Klimaschutzzielen, auch die Mieter*innen der Hauptstadt werden einem unkalkulierbaren fossilen Kostenrisiko ausgesetzt. Das zeigen die aktuell im Zuge des Irankriegs explodierenden Preise fossiler Energiequellen.

Der fossile Rollback im Heizungskeller schwächt nicht nur den Klimaschutz in Gebäuden, sondern erschwert auch den Ausstieg aus dem Heizen mit Erdgas. Verbrennungsfreien Technologien gehört aber die Zukunft – auch in Wärmenetzen.

Gerade deshalb braucht Berlin klare Leitplanken für die Wärmewende. Neben einem verbindlichen Dekarbonisierungspfad für die Fernwärme muss die Politik gezielt erneuerbare Alternativen stärken. Dazu gehören insbesondere lokale Nahwärmenetze ohne Verbrennungstechnologie – etwa auf Basis von Geothermie, Abwärme, Großwärmepumpen oder Solarthermie –, die bislang zu wenig politische Unterstützung erhalten.

Der BUND Berlin fordert eine Wärmeplanung, die erneuerbare und effiziente Lösungen systematisch priorisiert, fossile Abhängigkeiten reduziert und Haushalte wirksam vor steigenden Heizkosten schützt. Ohne klare politische Steuerung droht die Berliner Wärmewende in eine kostspielige und klimapolitisch riskante Sackgasse zu geraten.

Weitere Informationen:
Der Beitrag „Das Anti-Modernisierungs-Gesetz“ ist abrufbar unter: https://umweltzoneberlin.de/das-anti-modernisierungs-gesetz

Kontakt:

Matthias Krümmel, Referent für Klimaschutzpolitik des BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00-63, kruemmel(at)bund-berlin.de

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