Hitzewelle: Bäume gießen reicht nicht – Berlin muss grüne Flächen langfristig schützen

18. Juni 2026 | Flächenschutz, Kampagne Grüne Flächen retten, Stadtnatur, Stadtentwicklung, Klimaschutz

BUND Berlin fordert nachhaltigen natürlichen Hitzeschutz in der Klimakrise

Foto: BUND Berlin/Nicolas Šustr

Berlin, 18. Juni 2026: Auf Berlin rollt mit Temperaturen über 30 Grad zum Wochenende die erste ausgeprägte Hitzewelle des Jahres zu. Und die zuständige Umwelt- und Klimaschutzsenatorin Ute Bonde (CDU) fordert die Berlinerinnen und Berliner auf, Bäume zu gießen, während sie gleichzeitig Straßenumbauplanungen forciert, die jahrzehntelang den Hitzeschutz in Magistralen wie der Torstraße in Mitte und dem Tempelhofer Damm reduzieren werden.

Der Senat in seiner Gesamtheit ignoriert, welche zentrale Rolle freie Flächen für viele Berliner und Berlinerinnen als Hitzeschutz haben. Der BUND will mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ den ungebremsten Flächenverbrauch stoppen, denn sie sind für einen wirkungsvollen nachhaltigen Hitzeschutz unersetzbar.

Dazu erklärt Aruna Reddig, Leiterin der BUND-Kampagne:
„Gerade in dichtbebauten Stadtteilen sind grüne Freiflächen unsere natürlichen Klimaanlagen. Denn dort sind die Temperaturen im Vergleich zu bebauten und asphaltierten Flächen bis zu 8 Grad niedriger. Und sie kühlen nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht. Vor allem dann, wenn die kalte Luft, wie sie sich beispielsweise auf dem Tempelhofer Feld nach Sonnenuntergang bildet, ungehindert in die umliegenden Wohnquartiere strömen kann.

Es muss eine Abkehr von der Berliner Linie auch den letzten Flecken Grün zu betonieren, geben. Schätzungsweise alle drei Jahre wird einmal die Größe des Tempelhofer Feldes zubetoniert. Und dieser Flächenfraß setzt sich mit den 220.000 Wohnungen fort, die insgesamt bis 2040 gebaut werden sollen, wenn wir jetzt nicht umsteuern und Wohnraum allen voran auf bereits asphaltierten und bebauten Flächen schaffen.

Wir brauchen mehr Grünflächen statt weniger Hitzeschutz, für Erholung, für den Wasserhaushalt und nicht zuletzt für die Stadtnatur und Lebensqualität für alle. Die nächste Landesregierung muss ihre Flächenpolitik komplett ändern.“

Der BUND berlin fordert im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ konkret:
 

Keine Versiegelung ohne Entsiegelung
Für jede Fläche, die für ein neues Bauprojekt versiegelt wird, müssen Flächen in der Umgebung konsequent entsiegelt und begrünt werden – besonders in ohnehin unterversorgten Kiezen.

Konsequente Kontrolle von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
Bezirke und Senatsverwaltung müssen systematisch überprüfen, ob sich Bauherr*innen an vereinbarte Maßnahmen zum ökologischen Ausgleich halten. Der Ausgleich auf dem Papier reicht nicht – entscheidend ist, was vor Ort wirklich entsiegelt und bepflanzt wird.

Grünflächen dort schaffen, wo Menschen wohnen und arbeiten
Neue Parks, Wiesen, Baumpflanzungen und entsiegelte Höfe müssen vor allem in den Bezirken entstehen, in denen die Versiegelung besonders hoch ist und die Versorgung mit wohnungsnahen Grünflächen schlecht ist.

Zur Kampagne mit Petition „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“

Die nächste Dialogveranstaltung findet am 25. Juni ab 16.30 Uhr in Pankow statt. Unter dem Titel „Welche Bedeutung hat der Artenschutz am Pankower Tor?“ geht es um das 44 Hektar große Areal im Herzen Pankows, das als wichtige Kaltluftschneise die Umgebung kühlt und Lebensraum der letzten Berliner Kreuzkrötenpopulation ist. Trotzdem soll hier gebaut werden.

Kontakt:
Aruna Reddig, Leiterin Flächenschutzkampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“
030-78 79 00-59, reddig(at)bund-berlin.de
 

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