Freies Tempelhofer Feld: 12 Jahre erfolgreicher Volksentscheid

21. Mai 2026 | Artenvielfalt, Bauen, Flächenschutz, Kampagne Grüne Flächen retten, Klimaschutz, Naturerleben, Stadtentwicklung, Stadtnatur

Unbebautes Feld ist die beste Zukunftsversicherung für Berlin

Foto: _Tasmo (CC BY-SA 2.0)

Berlin, 21. Mai 2026: Am 25. Mai jährt sich der erfolgreiche Volksentscheid für ein freies Tempelhofer Feld zum zwölften Mal. Am 25. Mai 2014 erhielt der Entwurf des Tempelhofer-Feld-Gesetzes in allen Berliner Bezirken eine Mehrheit. Der BUND Berlin gratuliert allen zivilgesellschaftlichen Organisationen zur geglückten Rettung des Tempelhofer Felds vor Bebauungsplänen vor elf Jahren.

Bestätigt worden ist das eindeutige Votum gegen eine Bebauung noch einmal ebenso klar 2024 in den Dialogwerkstätten der Senatsbauverwaltung, die der Vorbereitung von erneuten Bauplänen dienen sollten. Dabei handelte es sich um eine für die Stadtbevölkerung repräsentative Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Berlin. Selbst in diesem senatsgesteuerten Verfahren konnte die Baulobby keinen Stich landen.

Das Engagement gegen die Bebauung des Tempelhofer Felds war keine Eintagsfliege. In einem nach dem Volksentscheid mehrjährigen kooperativen bürgerschaftlichen Prozess unter intensiver Beteiligung des BUND Berlin wurde in oftmals langen, aber fruchtbaren Diskussionen ein Entwicklungs- und Pflegeplan für das Tempelhofer Feld aufgestellt.

Dazu erklärt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin:
Eine maßvolle oder schonende Bebauung des Feldes kann es nicht geben, auch wenn das jetzt wieder behauptet wird. Daran ändern auch immer neue Vorschläge der immer gleichen Akteure in wechselnden Zusammenschlüssen nichts. Das Feld ist weit mehr als die beliebteste Freizeitfläche mitten in Berlin – es sorgt für gute Luft und Kühlung bis weit in die umliegenden verdichteten Wohnquartiere hinein und ist ein wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten.

Über zwei Millionen Quadratmeter Büroflächen stehen in Berlin leer, zehntausende Mietwohnungen sind als Ferienunterkünfte zweckentfremdet. Doch anstatt beherzt hier die Chance für die schnelle Schaffung oder Wiedernutzbarmachung von über 50.000 neuen Wohnungen zu nutzen, ist die Koalition von CDU und SPD im Betonrausch. Gar nicht zu reden von den riesigen Umnutzungspotenzialen auf bereits betonierten und asphaltierten Parkplatz-, Gewerbe- und Verkehrsflächen. Der BUND Berlin zeigt die Möglichkeiten in seiner Kampagne ‚Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt‘ klar auf.

Die offenen Wiesen, artenreichen Brachen und Gehölzstreifen im Innenbereich des Feldes bieten Rückzugsorte, die es in der Stadt in diesem Ausmaß nicht mehr gibt. Besonders die Randbereiche des Feldes spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nur wenn hier weiterhin die Freizeitnutzung stattfinden kann, ist der Innenbereich geschützt. Drängen alle Nutzungen durch die geplante Randbebauung in die Mitte, können Lebensräume und Artenreichtum unmöglich erhalten werden.

Die Bebauungspläne der schwarz-roten Koalition und ihres Umfelds aus der Baulobby sind daher nicht nur eine schwere Missachtung des Willens der Bürgerinnen und Bürger Berlins. Sie sind auch ein Anschlag auf die Artenvielfalt und Klimaresilienz in der Stadt. Der BUND Berlin wird sich weiterhin jedem Bebauungsversuch entgegenstellen.“

Mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt“ setzt sich der BUND Berlin für den Schutz der verbliebenen Freiflächen Berlins vor Bebauung ein. Der Auftakt der Kampagne war am 19. September 2025 auf dem Tempelhofer Feld (dokumentiert unter diesem Link). In einem Dossier [Direktlink PDF] legt der BUND Berlin anhand konkreter Flächen die Möglichkeiten zur Schonung unbebauter Grundstücke dar.

Am 28. Mai ab 16.30 Uhr lädt der BUND Berlin zu einer Dialogveranstaltung auf das Gelände des Mariendorfer Dreifaltigkeitsfriedhofs III ein, der ebenfalls bebaut werden soll.

Zum 12. Jahrestag des erfolgreichen Volksentscheids zur Freihaltung des Tempelhofer Felds lädt die Initiative 100% Tempelhofer Feld zum Protestgrillen und einer Geburtstagsfeier des Volksentscheides mit den architects4thf ein. Am 25. Mai um 14 Uhr auf der Grillwiese beim Columbiadamm

Kontakt:
Gabi Jung, Geschäftsführerin BUND Berlin, jung(at)bund-berlin.de

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