Weltwassertag 2020: BUND fordert Ende der Wasserverschwendung

19. März 2020 | Wasser, Artenvielfalt, Klimaschutz

Wasserverschwender nicht subventionieren

Info 2 / Berlin / Potsdam, 19. März 2020: Anlässlich des Weltwassertags am 22. März zum Thema "Wasser und Klimawandel" kritisieren die BUND-Landesverbände in Berlin und Brandenburg, dass trotz der zunehmenden Trockenperioden weiterhin zu sorglos mit den Gewässern in der Region umgegangen werde. Noch fehle der politische Wille, um Wasserverknappungen konsequent anzugehen.

Der Klimawandel ist längst in unserer Region angekommen. Langanhaltende Trockenperioden und Hitzewellen nehmen zu. Um die Artenvielfalt zu bewahren und uns jederzeit mit genügend sauberem Trinkwasser versorgen zu können, brauchen wir intakte Grundwasser, Wasserläufe und Seen. „Wir müssen mit ihnen schonender als bisher wirtschaften, das Wasser in der Landschaft halten und für mehr Strukturvielfalt an den Gewässern sorgen“, betont Sascha Maier, Sprecher des Landesarbeitskreises Wasser Berlin-Brandenburg.

Diese Maßnahmen sind seit Inkrafttreten der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Jahr 2000 EU-weit Pflicht. Die Politik hat es bisher jedoch versäumt, der Vorgabe entschlossen nachzukommen. Mehr als 90% der Gewässer in Berlin und Brandenburg verfehlen immer noch die gesetzlichen Mengen- und Qualitätsziele, weil sie verbaut oder verunreinigt sind oder zu viel Wasser aus ihnen entnommen wird. Auch viele wasserabhängige Naturgebiete wie Auen und Moore stehen dadurch bereits stark unter Stress.

Der BUND fordert, dass die Länder Berlin und Brandenburg bei der aktuellen Überarbeitung der Gewässerschutzplanungen zur Erreichung der Ziele der WRRL die erforderlichen Korrekturen vornehmen und hierzu auch die Öffentlichkeit besser beteiligen. Ankündigungen allein reichen nicht. Dazu gehört auch, dass die Verursacher nicht weiter für Wasserverschwendungen subventioniert werden. Vielmehr müssen sie endlich die Kosten des Gewässerschutzes und für wasserverträgliche Lösungen angemessen mittragen.

Hauptverursacher sind insbesondere die Energie-, Land-, Verkehrs- und Siedlungswirtschaft. Einer der größten Wasserverschwender und -verunreiniger ist der Braunkohletagebau in der Lausitz, der zum Beispiel zur Austrocknung von Quellregionen der Spree beiträgt. Auch in Verbindung mit dem Sanierungsbergbau und dem geringeren Wasserdargebot hat der Lausitzer Braunkohletagebau erhebliche Sulfatbelastungen der Gewässer zur Folge, die über die Spree bis nach Berlin spürbar sind und auch hier natürliche Trinkwasserquellen verunreinigen. Zudem wird der Landschaft für die Intensivlandwirtschaft und durch den Bevölkerungszuzug zu viel und zu schnell Wasser entzogen. Großdimensionale Neubaugebiete versiegeln zudem den Boden und mindern dadurch die Grundwasserneubildung.

Obwohl vorgeschrieben, stehen seit 2009 die erforderlichen Maßnahmen aus, um Probleme wie diese wirksam anzugehen. Bisher verzögern sich die nötigen Anstrengungen vor allem, weil es den zuständigen Behörden an Geld und Personal mangelt.

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Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze fon: (030) 78 79 00-12 o. mobil: 0179-593 59 12

Sascha Maier, Sprecher des BUND-Landesarbeitskreises Wasser
Berlin-Brandenburg

mobil: 0176-343 672 93

 

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