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BUND Landesverband Berlin

Faszinierende Fungi

Als Waldbewohner führen Pilze ein Schattendasein, und dies auch im übertragenen Sinn. Denn obwohl sie bei den meisten Menschen regelmäßig auf den Teller kommen, finden die Fungi in Öffentlichkeit und Forschung wenig Beachtung. Dabei spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem, dienen sie doch Säugetieren, Mollusken und Insekten als Nahrung. In den letzten Jahrzehnten ist die Pilzvielfalt dramatisch zurückgegangen. Schuld daran ist hauptsächlich die intensivierte Landwirtschaft und Massentierhaltung.

Pilzexkursion mit dem BUND (Foto: Dirk Harmel)

18 Pilzarten stehen auf der Liste der nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützten Arten, darunter Steinpilze, Pfifferlinge, Morcheln und echte Trüffeln. Damit gilt auch ein Sammelverbot für diese Arten. Allerdings gibt es keine Belege dafür, dass das Sammeln von Pilzen deren Bestand gefährdet. Während bei manchen bedrohten Tierarten der Tod eines einzelnen Tieres schon die Zukunft einer Population gefährden kann, produziert bei Pilzen jeder Fruchtkörper Millionen von Sporen – solange die Umweltbedingungen stimmen. Findet der Steinpilz also im Wald die für ihn passenden Bedingungen, so werden es auch Massen von Pilzsammlern nicht schaffen, ihn auszurotten. Zu viel Stickstoff im Boden schafft das dagegen spielend. Der BUND fordert, alle Sammelverbote für bedrohte Pilzarten aufzuheben, da sie von den tatsächlichen Gefährdungen der Fungi ablenken: hohe Stickstoffeinträge in Wasser und Boden durch Dünger und Gülle sowie der Verlust von Lebensraum. 

Wer Pilze schützen will, isst weniger Fleisch

Trompeten-Pfifferlinge (Foto: Dirk Harmel)

Fast überall in Deutschland hat der Stickstoffgehalt zugenommen, weil dem Boden mehr Stickstoff zugeführt wird, als die Pflanzen ihm entziehen. Den größten Anteil daran hat die Landwirtschaft mit 62 Prozent, gefolgt von der Tierproduktion mit 33 Prozent. Für restlichen Stickstoffeinträge sind Haushalte, Verkehr und Industrie verantwortlich (Quelle: Umweltbundesamt 2012). Viele Pilze sind aber auf stickstoffarme Böden angewiesen. Wo intensiv Ackerbau und Viehzucht betrieben wird, nimmt daher die Pilzvielfalt ab. Der BUND setzt sich für eine neue Agrarpolitik ein, die zu einer geringeren Stickstoffkonzentration in Boden und Wasser führt. Damit ist auch der Ausstieg aus der Massentierhaltung verbunden, denn in Deutschland werden deutlich mehr Schweine, Kühe und Geflügel gehalten, als der Boden Gülle verträgt. 

Wald ist nicht gleich Wald

Braunschuppiger Dachpilz (Foto: Dirk Harmel)

Viele Pilzarten leben in Symbiose mit einer bestimmten Baumart oder bauen deren Holz ab. In naturnahen Wäldern mit einem großen Anteil von Totholz gibt es daher eine größere Pilzvielfalt als in plantagenartigen Monokulturen. Der BUND fordert mehr Wildniszonen im Wald, in denen die abgestorbenen Bäume liegen bleiben. Einige bei den Waldbesitzern beliebte Baumarten wie die Douglasie oder die Weymouth-Kiefer stammen ursprünglich nicht aus unserer Region und bieten weder den heimischen Pilzen noch den holzbewohnenden Insekten ein Habitat. Diese Bäume sollten im Sinne einer intakten Biodiversität auf keinen Fall weiter nachgepflanzt werden. 

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Kontakt

Herbert Lohner

Naturschutzreferent
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-24

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