Foto: SenStadt (DL-DE->Zero-2.0)
Gemeinsame Pressemitteilung der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) und des BUND Berlin
Berlin, 13. Oktober 2026: Am 10. September 2026 wurde der Änderung des Flächennutzungsplans von Berlin durch das Abgeordnetenhaus zugestimmt, wonach Wohnungsneubau auf dem ehemaligen RIAS-Gelände in Neukölln erfolgen kann. Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) hat sich sowohl in ihrer Stellungnahme zur Änderung des Flächennutzungsplans als auch in der vorangegangenen Beteiligung zum dazugehörigen Bebauungsplan 8-98 gegen die Bebauung ausgesprochen, da die Fläche eine besonders hohe Artenvielfalt und wertvolle klimatische Ausgleichsfunktionen besitzt.
Im Lichte des aktuell erschienenen Amphibienberichts der Stiftung Naturschutz Berlin, welcher einen dramatischen Rückgang aller Amphibienarten in Berlin aufzeigt, erhalten die Planungen auf dem ehemaligen RIAS-Gelände nun besondere Relevanz. Im östlichen Bereich des Geländes befinden sich zwei Pfuhle sowie im Westen eine Senke, welche durch die neuen Bebauungen mit Niederschlagswasser versorgt und so wiedervernässt werden sollen.
Dazu erklärt Julia Hoffmann von der BLN:
„Der dramatische Rückgang der Amphibien macht deutlich, dass höchste Anstrengungen zu ihrem Erhalt unternommen werden müssen. Hier reicht es nicht aus, einzelne Gewässer wiederherzustellen. Nur durch den zusätzlichen umfassenden Schutz und die Entwicklung der Landeslebensräume und des Biotopverbunds kann dem Artensterben in Berlin entgegengewirkt werden.“
Im Falle des RIAS-Geländes ist der Biotopverbund nicht sichergestellt. So soll der Brandpfuhl im Norden des Geländes zwar mit Wasser versorgt werden, wird aber laut Planung durch einen geschlossenen Gebäuderiegel vollständig isoliert ohne Anschluss zum südlich gelegenen Großen Eckerpfuhl.
Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied im BUND Berlin, erklärt dazu:
„Hier besteht eine echte Chance, ein Netz aus verbundenen Gewässern bzw. feuchten Senken für Amphibien herzustellen, dass über das Plangebiet hinausgeht. Nach der aktuellen Planung wird diese Chance vertan. Wir fordern daher den Bezirk Neukölln, die Vorhabenträger und die Politik zum Handeln im Sinne echten Artenschutzes auf.“
Kontakt:
Julia Hoffmann, Naturschutzreferentin BLN, bln(at)bln-berlin.de
Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied BUND Berlin, gerbode(at)bund-berlin.de


