Foto: Boonekamp (Günter Haase), (CC BY-SA 4.0)
Berlin, 3. November 2025
Zum soeben vom Berliner Abgeordnetenhaus mit dem Stimmen von CDU, SPD, Grünen und Linke beschlossenen Klimaanpassungsgesetz Berlin erklärt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin:
„Der BUND Berlin begrüßt die Pflanzung neuer Bäume und die Schaffung von neuen Grünflächen, die nun mit dem Klimaanpassungsgesetz auf Basis des Baumentscheids auf eine gesetzliche Grundlage gestellt worden ist. Das ist ein großer Erfolg der Initiative. Es zeigt sich, dass insbesondere Grünflächen für die Kühlung der Stadt eine besondere Bedeutung haben. Bis zu acht Grad kühler sind Parks und andere Grünanlagen im Vergleich zu bebauten und asphaltierten Flächen.
Vorrangig müssen jedoch bestehende Grünflächen und Bäume erhalten und unter Schutz gestellt werden. Dafür setzen wir uns gezielt mit unserer Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ ein. Wie wenig Berlin derzeit nach dieser Maxime handelt, zeigt sich allein schon an Projekten an der Torstraße in Mitte, der Ollenhauerstraße in Reinickendorf und dem Tempelhofer Damm. Dort könnten zusammengenommen über 200 Straßenbäume vor der Kettensäge gerettet werden, wenn man vernünftig planen würde.
Für ein grünes und kühles Berlin brauchen wir eine kluge Stadtpolitik, die Parks, Wiesen und Wälder für alle sichert und für notwendige Baumaßnahmen bereits versiegelte Flächen nutzt, anstatt weiterhin wertvolle Grünflächen zu opfern. So lange die aktuelle Koalition weiterhin daran interessiert ist, Kühlflächen wie das Tempelhofer Feld zu bebauen, werden uns neue Bäume in 10 oder 20 Jahren nur bedingt weiterhelfen können. Was wir jetzt kaputt machen, ist dauerhaft weg. Neue Strukturen brauchen Jahrzehnte, bis sie dieselbe Funktion erfüllen, wenn dies überhaupt möglich ist.
Ebenso dringlich muss Berlin weitere Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung umsetzen und unter anderem einen effektiven Hitzeaktionsplan aufstellen und auskömmlich finanzieren. Der bisher vorliegende Senatsentwurf wird dem nicht gerecht. Ein Hitzeaktionsplan ist ein lebensrettendes Instrument für die unmittelbare Gefahr. Er unterscheidet sich grundlegend von einer umfassenderen Klimaanpassungsstrategie und erfordert eigene, substanzielle Budgets, die sowohl in den Bezirken als auch gesamtstädtisch verausgabt werden. Auch hierzu hat der BUND Berlin bereits ein Forderungspapier vorgelegt.“
Das Hintergrundpapier zur Kampagne "Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!" finden Sie unter diesem Link.
Kontakt:
Gabi Jung, Geschäftsführerin BUND Berlin: 0178-631 00 32, jung(at)bund-berlin.de


