Kastanienlaub sammeln – Bäumen ein längeres Leben schenken

20. Oktober 2026 | Bäume, Stadtnatur, Garten

BUND-Projekt am Anhalter Bahnhof sammelt das dritte Jahr – mit sichtbarem Erfolg

Foto: BUND Berlin/Valentina-Johanna Baumgartner. Montage: BUND Berlin

Berlin, 20. Oktober 2026: Am 26. Oktober harken die Freiwilligen des BUND-Projekts Anhaltend Nachhaltig am Anhalter Bahnhof (ANAAB) wieder das Laub der 17 Kastanien am Kreuzberger Fanny-Hensel-Weg. Das mit Miniermottenpuppen kontaminierte Laub kommt in die Laubsäcke der Berliner Stadtreinigung und wird anschließend in speziellen Anlagen vernichtet. Damit wird am Fanny-Hensel-Weg nun das dritte Jahr in Folge das Laub gesammelt – mit sichtbarem Erfolg.

„Bereits im vorigen Jahr sahen die Kastanien bei uns am Anhalter Bahnhof wesentlich besser aus als im Jahr 2024. Dass es 2025 auch mehr Regen gab, mag seinen Anteil gehabt haben. Aber gerade auch im Vergleich zu Bäumen in anderen Teilen der Stadt war der Unterschied deutlich sichtbar. Das heißt: Unsere Aktion hat offenbar etwas gebracht“, sagt ANAAB-Projektleiterin Valentina-Johanna Baumgartner.

Die Laubsammelaktion am Fanny-Hensel-Weg läuft am Montag, 26. Oktober, von 16.30 bis 18 Uhr. Neue Interessent*innen nicht nur für diese Aktion von ANAAB sind herzlich willkommen.
 

Die Initiative ANAAB ist Teil des Projekts "Umweltbildung Goes Askanischer Platz" – gefördert mit Mitteln des Landes Berlin durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Umwelt- und Naturschutzamt.


Der BUND Berlin ruft Freiwillige dazu auf, sich auch in anderen Teilen Berlins zusammenzuschließen, um Kastanien zu helfen. Nach größeren öffentlichen Kampagnen vor vielen Jahren hat sich die Aufmerksamkeit für das Thema inzwischen deutlich gelegt. Kastanienlaub zu sammeln ist aber ein aktiver Beitrag um Berlins gestressten Straßenbäumen zu helfen.

1997 wurde die Rosskastanienminiermotte erstmals in Berlin entdeckt. Seit 2002 tritt die ursprünglich aus der Balkanregion stammende Motte flächendeckend auf. Sie befällt ausschließlich weißblühende Gewöhnliche Rosskastanien. Die Mottenlarven fressen Gänge in die Kastanienblätter, so dass diese bereits früh im Jahr vertrocknen. Somit können die Bäume nur noch eingeschränkt Photosynthese betreiben und werden stark geschwächt.

Das möglichst vollständige Aufsammeln und Vernichten des Laubs ist die effektivste Methode, um den Befall der Kastanien zu reduzieren. Ein Monitoring durch das Pflanzenschutzamt Berlin bestätigt: Sorgfältiges Laubsammeln reduziert den Befall um zwei Drittel im nächsten Frühjahr. Die Bäume bleiben länger grün und verkraften besser spätere Laubschäden.

Dazu erklärt Uwe Bahr, Baumexperte des BUND Berlin:
„Starker, jährlich wiederkehrender Miniermottenbefall schwächt die weißblühenden Kastanien erheblich. Die Reduzierung des Befalls hilft den Kastanien sehr und verlängert so ihre Lebensdauer.

Wichtig ist, das Laub möglichst vollständig aufzusammeln. Und man darf es nicht in den heimischen Kompost geben, weil die Puppen dort überleben. Das Laub sollte entweder über den Hausmüll, BSR-Biotonnen oder -Laubsäcke entsorgt werden. Bei diesen drei Entsorgungswegen werden die Mottenpuppen sicher abgetötet.“

BUND-Baumschutzexperte Uwe Bahr ist immer dienstags und donnerstags von 10 bis 11:30 Uhr unter der Nummer 030-78 79 00 46 zu erreichen. Eine alternative Kontaktmöglichkeit besteht per E-Mail: baumschutz@bund-berlin.de

Kontakt
Valentina-Johanna Baumgartner, ANAAB, baumgartner(at)bund-berlin.de
Uwe Bahr, Baumschutzexperte BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00 46, bahr(at)bund-berlin.de

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