Berlin 22.04.2026. Mit seinem Dossier „Bauprojekte auf grünen Flächen?“ zeigt der BUND Berlin, dass Wohnungsbau nicht auf Kosten unversiegelter Böden, von Gärten oder bewaldeten Flächen gehen muss. Vorgestellt werden umweltverträgliche Alternativstandorte auf bereits versiegelten Flächen, die sich in der Nähe zu geplanten Bauprojekten befinden. Darüber hinaus wurden weitere Potenzialflächen für flächensparende Bauprojekte identifiziert.
„Bei den dargestellten Alternativ-Standorten handelt es sich um Flächen innerhalb geschlossener Siedlungsgebiete mit hervorragender Infrastruktur und sehr guter Erschließung. Es geht dabei nicht um einzelne Baulücken, sondern um Brachflächen, Parkplätze, Kfz-Handels, Discounterstandorte oder überdimensionierte Straßenräume. Grünflächen würden dabei nicht in Anspruch genommen, da die ausgewählten Gebiete bereits weitgehend versiegelt sind. Auf diese Weise könnten 8.510 Wohneinheiten entstehen.“ Tilo Schütz, Verfasser des BUND-Dossiers.
Da die bisherigen Planungen jedoch 11.360 Wohneinheiten vorsehen, müssten zusätzliche Potenziale erschlossen werden - etwa durch Umnutzung sowie durch eine kombinierte, verträgliche Nutzung bislang rein gewerblich genutzter Gebäude und Flächen für Wohnen und Arbeiten. Auch der Umbau von nicht mehr zeitgemäßem Büroraum birgt enormes Potenzial: Rund zwei Millionen Quadratmeter Büroleerstand verzeichnet die Hauptstadt derzeit – Tendenz steigend.
„Die Baupolitik braucht einen Paradigmenwechsel, wir dürfen keine grünen Flächen mehr zubauen. Diese Flächen brauchen wir für den Klima-, Arten und Grundwasserschutz und nicht zuletzt für die Bewohner*innen als kühlendes Stadtgrün“, so Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND Berlin.
Allein von 2022 bis 2024 sind in Berlin über 600 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Das sind fünfmal so viele wie bei Verkehrsunfällen im selben Zeitraum. Gleichzeitig verliert Berlin immer mehr grüne Flächen. Allein 16 der vom Land Berlin geplanten 24 Stadtquartiere sollen meist auf der ‚grünen Wiese‘ entstehen.
„Mit einer umweltverträglichen Flächenpolitik ließen sich viele Konflikte vermeiden, und die Stadtgesellschaft würde insgesamt davon profitieren. Die einseitige Fixierung auf den Wohnungsbau von der derzeitigen Regierung und Senator Gaebler führt uns in eine dystopische Zukunft. Wir brauchen wieder eine echte Vision für die ganze Stadt, die neben dem Wohnraum auch die Grün- und Erholungsräume für die Berliner*innen mitdenkt. Dafür ist eine stadtweite Strategie erforderlich.“, ergänzt Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND.
Um das Thema im Rahmen der anstehenden Berlinwahl ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, hat der BUND Berlin die Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ ins Leben gerufen.
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Im Dossier „Bauprojekte auf grünen Flächen?“ zeigen die städtebaulichen Entwürfe, wie sich die standortangepassten Gebäude sinnvoll anordnen lassen. Im Durchschnitt aller Standorte sind so rund 145 Wohnungen je Hektar realisierbar.
BUND-Dossier „Bauprojekte auf grünen Flächen?“ (46 Seiten) online verfügbar.
Kontakt:
Dirk Schäuble, Referent für Naturschutz, Tel.: 030 – 78 7900-19, schaeuble@bund-berlin.de
Aruna Reddig, Leiterin Flächenschutzkampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“
0 30 78 79 00 – 59, reddig@bund-berlin.de


