BUND Landesverband Berlin

Vögel füttern im Winter

11. Februar 2022 | Artenvielfalt, BUNDzeit-Artikel, Garten, Stadtnatur

Foto: Kathy Büscher, www.creativecommons.org/licenses/by/2.0

Was nützt es, Vögel zu füttern? Vielleicht lautet die Frage eher, wem es nützt. Den Vögeln ist die Fütterung nur in Ausnahmefällen eine wirkliche Hilfe: bei dauerhaft geschlossener Schneedecke, starkem Frost oder wenn in der Umgebung die Vegetation komplett fehlt.

Aber Menschen profitieren davon, weil es ihnen einfach Freude bereitet. Indirekt nutzt das den Vögeln, denn das Interesse an ihnen führt möglicherweise dazu, dass Menschen Dinge tun, die für die Vielfalt der Avifauna viel wichtiger sind als eine paar Körner im Winter. Zum Beispiel den Balkon oder Garten so bepflanzen, dass sich Insekten wohlfühlen. Oder ein paar Cent mehr für Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft ausgeben und so dafür sorgen, dass Wildkräuter auf dem Acker und Hecken am Feldrand bleiben dürfen und dass weniger Pestizide gespritzt werden. Davon profitieren besonders die in letzten Jahren stark dezimierten Feldvögel, die selten dort vorkommen, wo Menschen Vögel füttern.

Was sollte man beim Vögel füttern unbedingt beachten? Um Schutz vor Katzen zu bieten, muss der Fütterungsort übersichtlich sein, nichts darf den Raubtieren Deckung bieten. Die besten Fütterungszeiten sind früh morgens und rund zwei Stunden vor der Dämmerung. Gut geeignetes Futter sind Getreidekörner, Hanf, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Fett-Kleie- Gemische, Futterringe und Futterknödel, Kokosnusshälften mit Rinderfett oder -talg sowie Rosinen und Wildbeeren für einige Arten. Während der Brutzeiten braucht der Vogelnachwuchs viele Proteine, wie etwa aus Würmern. Allzu fettige Nahrung können die Küken kaum verdauen, große Nüsse rutschen schlecht den Schlund hinab und können zur Erstickung führen.

Bitte niemals Speisereste füttern, Salz und Gewürze töten Vögel. Auch kein altes Brot, weil das im Vogelmagen aufquillt. Sauberkeit am Futterplatz ist sehr wichtig, damit sich keine Krankheiten verbreiten, außerdem darf das Futter nicht nass werden. Meisenknödel sind nur in der plastikfreien Variante zu empfehlen, weil die Vögel im Plastiknetz mit den Füßen hängenbleiben können. Futterstationen und Nistplätze gibt es im BUNDladen zu kaufen: www.BUNDladen.de/vogelwinter

Dieser Artikel erschien in der BUNDzeit 2022-1. Mehr zum Titelthema „Wildtiere“:
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