Berlin, 16. Juli 2026: Am 20. Juli 2026 soll die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren 7-85 in Tempelhof-Schöneberg beginnen. Damit wird die vierwöchige Phase, in der die Öffentlichkeit Einwendungen gegen das stark umstrittene Vorhaben, große Teile des Dreifaltigkeitsfriedhofs III zu bebauen, noch vor Ende der Sommerferien beendet sein.
Dazu erklärt Dirk Schäuble, Referent für Naturschutz des BUND Berlin:
„Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg verstößt mit seiner Terminwahl zwar gegen keine gesetzlichen Regelungen. Allerdings ist das Verhalten ein Foulspiel gegen breite Bürgerbeteiligung und Transparenz. Denn mitten in den Sommerferien werden faktisch viele Menschen um die Möglichkeit gebracht, ihre legitimen Einwendungen gegen die Bebauungspläne für die grüne Oase im Verfahren einzubringen. Leider steht der Bezirk mit seinem Verhalten nicht allein. Auch Pankow hat die Bürgerbeteiligung zum umstrittenen Bauprojekt Pankower Tor in die laufenden Sommerferien gelegt.
Der BUND Berlin lehnt die geplante Bebauung des Mariendorfer Friedhofsareals mitten in der Klimakrise strikt ab. Während vor wenigen Wochen Allzeit-Temperaturrekorde in Berlin gebrochen worden sind, wird ein Projekt vorangetrieben, mit dem eine natürliche Kühlinsel inmitten dichter Bebauung zerstört werden soll.
Wohnungsbau ohne Naturzerstörung ist möglich. Der Bezirk muss nun alle Hebel in Bewegung setzen, um diese Möglichkeit zur Realität werden lassen.“
Dass nicht nur der BUND Berlin und viele Anwohnerinnen und Anwohner die wenig zukunftsweisenden Baupläne auf dem Friedhofsgelände ablehnen, zeigte auch die sehr gut besuchte Dialogveranstaltung vor Ort. Ende Mai luden der BUND Berlin und die Bürgerinitiative Mariendorf Nord im Rahmen der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ dazu ein.
Zuvor sorgte ein Einwohnerantrag mit über 1200 Unterschriften dafür, dass Bezirksverordnetenversammlung und Bezirksamt sich mit Alternativen zur Bebauung des Friedhofsareals beschäftigen mussten. Das Bezirksamt bestätigte die grundsätzliche Bebaubarkeit bereits versiegelter nahegelegener Alternativflächen, die der BUND Berlin ausfindig gemacht hatte.
Darunter eine fast direkt an das Areal angrenzende Fläche an der Ullsteinstraße, die derzeit von einem Autohandel genutzt werden. Die Fläche gehört sogar – wie der Friedhof – der evangelischen Kirche, wenn auch einer Gemeinde und nicht dem Friedhofsverband. Der BUND erwartet Gespräche der verantwortlichen Parteien mit den Eigentümern der Flächen.
Kontakt:
Dirk Schäuble, Referent für Naturschutz BUND Berlin, 030-78 79 00-39, schaeuble(at)bund-berlin.de


