BUND Landesverband Berlin

Mehr Grün – weniger Asphalt:

06. Dezember 2019 | Autoverkehr, Klimaschutz, Immer.Grün, Mobilität, Stadtnatur

BUND Berlin unterstützt neuen Grünstreifen auf der Karl-Marx-Allee

(c) pixabay / monika 1607

Info 31 / Berlin, 06. Dezember 2019:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) hat die Entscheidung von Umweltsenatorin Regine Günther begrüßt, die Umbauplanung für die Karl-Marx-Allee zu Gunsten von mehr Raum für den Radverkehr und Fußverkehr sowie insbesondere mehr Grün zu modifizieren. Die Umwandlung der Parkplätze in der Mittellage der ehemaligen Aufmarschallee in einen Grünstreifen sei angesichts der zunehmenden Hitzebelastung in der Stadt durch den voranschreitenden Klimawandel dringend geboten.

 Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND Berlin: „Nach den letzten beiden Hitzesommern sollte jeder begriffen haben, dass die Entsiegelung überflüssiger Asphaltflächen ein Gebot der Stunde ist. Um den Konsequenzen des dramatischen Klimawandels zu begegnen und seine Folgen zu mindern, brauchen wir mehr Grün und Versickerungsflächen in der Stadt – insbesondere an besonders hitzebelasteten und  extrem versiegelten Orten wie um den Alexanderplatz.

Mit der Entscheidung für Grün statt Asphalt setze die Senatorin zudem das Mobilitätsgesetz konsequent um. Nach § 8 Abs. 3 des Gesetzes soll bei Maßnahmen innerhalb des öffentlichen Straßenlands nicht nur der Erhalt, sondern auch die Ausweitung des Bestandes von Bäumen, Sträuchern, Grün- und Blühstreifen sowie nicht versiegelter Flächen angestrebt werden. Diese vom BUND Berlin im Rahmen des Dialoges zum Gesetz vorgeschlagene Regelung fand parteiübergreifende Unterstützung, ebenso fordern alle Parteien mehr Grün in der Stadt.

Tilmann Heuser: „Die Diskussion um die Umgestaltung der Karl-Marx-Allee ist ein Glaubwürdigkeitstest für die Regierungs- und Oppositionsparteien. Wer mehr Grün in der Stadt für mehr Lebensqualität, ein besseres Stadtklima und die Sicherung der Artenvielfalt fordert, muss auch bereit sein, dafür Parkplätze zu opfern. Auch aus Gründen des Denkmalschutzes und des Stadtbildes lässt sich der Erhalt einer zugeparkten und vollgestellten Asphaltfläche nicht rechtfertigen.“

In der Bürgerbeteiligung zur Karl-Marx-Allee seien die unterschiedlichen Alternativen Parkplätze, Busparkplätz oder Grünstreifen diskutiert worden. Sofern Anwohnerinnen und Anwohner jetzt Kritik daran äußern, dass der von ihnen geforderte Erhalt der Parkplätze nicht realisiert werde, sei dies zwar verständlich. Allerdings müssten bei einer Planung alle Interessen miteinander und gegeneinander abgewogen werden.

Tilmann Heuser: „Bürgerbeteiligung bedeutet, dass alle Beteiligten ihre Perspektiven und Argumenten für oder gegen eine Planung einbringen können. Dies war der Fall. Beteiligung entbindet aber nicht die politischen Verantwortlichen davon, bei Vorliegen widerstreitender Interessen nach Abwägung aller Argumente eine Entscheidung zu treffen. Wenn Bezirks- und Parteipolitiker jetzt die Entscheidung insbesondere hinsichtlich einer vermeintlich mangelhaften Bürgerbeteiligung kritisieren, wollen sie offenbar vermeiden, sich inhaltlich zu positionieren.“

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Für Rückfragen:

Tilmann Heuser, BUND-Landesgeschäftsführer,

E-Mail: heuser(at)bund-berlin.de,

mobil: 0177-7879013

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