Start der Baumfällsaison am 1. Oktober: BUND-Baumschutz-Hotline berät

28. September 2026 | Bäume, Flächenschutz, Autoverkehr, Stadtnatur, Verkehr

BUND-Experte Uwe Bahr gibt Hilfe zur Selbsthilfe bei bedrohten Bäumen

Foto: Kārlis Dambrāns (CC BY 2.0)

Berlin, 28. September 2026: Zum Start der Baumfällsaison am 1. Oktober rechnet der BUND Berlin wieder mit zahlreichen Anfragen an die Baumschutz-Hotline. Dabei muss es nicht nur um Fällungen gehen. Auch der Schutz von Bäumen vor Beschädigungen bei laufenden Baumaßnahmen oder radikale Rückschnitte, die die Lebensfähigkeit des Baums gefährden können, sind Themen.

Was der BUND Berlin in der Regel nicht leisten kann, ist, sämtliche Schritte, um Bäume möglicherweise vor der Motorsäge zu retten, zu übernehmen. Dafür sind es einfach viel zu viele Fälle in Berlin.

Erste Voraussetzung für eine erfolgreiche Beratung ist, möglichst viele Informationen zu den gefährdeten Bäumen zu liefern. Anzahl und genaue Standorte der Bäume beispielsweise. Wichtig ist auch die Frage, ob die Bäume auf Privatgrund oder auf öffentlichem Land, zum Beispiel am Straßenrand oder auf Mittelstreifen stehen. Denn das entscheidet über Zuständigkeiten und die Rechtslage.  Auch aussagekräftige Fotos der Bäume helfen bei der Einschätzung der Möglichkeiten.

Es kann sehr hilfreich sein, Arbeiter anzusprechen, um von ihnen genauere Informationen zu den geplanten Maßnahmen zu bekommen. Dabei gilt, wie im ganzen Prozess, dass man mit einer freundlichen Ansprache in der Regel mehr erreicht, anstatt ohne Vorrede Schuldzuweisungen vorzunehmen. Das gilt genauso für Anfragen an die bezirklichen Straßen- und Grünflächenämter oder Naturschutzbehörden.

„Wir möchten Menschen dabei helfen, möglichst zielgerichtet Sachverhalte aufzuklären, die unmittelbar mit drohenden Baumfällungen zusammenhängen. Da sich die Informationsbeschaffung und der Kontakt mit Zuständigen oft sehr aufwendig gestalten, können wir Anfragenden in der Regel nur das Handwerkszeug in die Hand geben, um Einfluss auf die Verfahren zu nehmen. Sie müssen sich selber organisieren, Mitstreiter finden, Druck aufbauen", sagt BUND-Baumexperte Uwe Bahr.

In größerem Umfang sind Bäume gefährdet bei umstrittenen öffentlichen Bauvorhaben wie beispielsweise dem Umbau der Ollenhauerstraße in Reinickendorf, der Torstraße in Mitte oder dem Nachverdichtungsvorhaben der Howoge im Lichtenberger Ilsekiez. Dass intensives Engagement von Anwohnenden und Rechtsmittel zumindest Zeit verschaffen können, zeigen die beiden Straßenumbauprojekte. Hier wurde nun zugesagt, bis Jahresende keine Bäume zu fällen.

Dazu erklärt Dirk Schäuble, Naturschutzreferent des BUND Berlin: „Große und alte Bäume sind wichtig fürs Stadtklima, die Artenvielfalt und die Lebensqualität im Wohnumfeld. Der zunehmende Druck auf Grün- und Freiflächen, grüne Innenhöfe und Grünstrukturen ist ein grundsätzliches Problem derzeitiger Stadtentwicklung.

Gerade jetzt besteht die Gefahr, dass im Vorfeld neuer Zuständigkeiten noch schnell unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden. Wir warnen davon in dieser Phase durch vorschnelle Baumfällungen Tatsachen zu schaffen. Wo Zweifel bestehen, müssen Vorhaben pausieren, bis eine sorgfältige fachliche und politische Prüfung erfolgt ist."

Baumschutzexperte Uwe Bahr ist immer dienstags und donnerstags von 10 bis 11:30 Uhr unter der Nummer 030-78 79 00 46 zu erreichen. Eine alternative Kontaktmöglichkeit besteht per E-Mail: baumschutz(at)bund-berlin.de

Weitere Informationen zum Baumschutz finden sich unter folgendem Link: https://www.bund-berlin.de/mitmachen/baeumen-helfen/

Ein kleiner Leitfaden zur Baumrettung bei Bauprojekten findet sich hier: https://umweltzoneberlin.de/2022/09/30/der-fruehe-vogel-rettet-den-baum-vielleicht-ein-kleiner-leitfaden/

Kontakt:
Dirk Schäuble, Naturschutzexperte BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00 39, schaeuble(at)bund-berlin.de
Uwe Bahr, Baumschutzexperte BUND Berlin, Tel. 030-78 79 00 46, bahr(at)bund-berlin.de

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