Berliner Tram-Ausbau tritt auf der Stelle

07. September 2026 | Verkehr, ÖPNV, Umweltzone

Wegen fehlenden politischen Rückhalts hängen Straßenbahnprojekte in Verwaltungsschleifen fest

Foto: BUND Berlin/Nicolas Šustr

Der größte Feind des Berliner Straßenbahn-Ausbaus ist das komplette Desinteresse politischer Entscheidungsträger*innen. Dazu kommen noch schwere Mängel bei der Projektsteuerung durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Anders lässt es sich nicht erklären, wenn seit bald acht Jahren das Planfeststellungsverfahren für die Verlegung der Linie 21 zum Bahnhof Ostkreuz an der Frage hakt, ob die Oberleitung in der Friedrichshainer Sonntagstraße ein unüberwindliches Hindernis für die Sicherstellung des zweiten Rettungswegs für angrenzende Wohnhäuser im Brandfall ist.

Die Berliner Feuerwehr, die Technische Aufsichtsbehörde, Bauaufsichten der Bezirke – mitreden dürfen viele bei der Frage. Sie weisen die Verantwortung von sich oder schweigen zu ihrer Rolle.

Noch nicht so lange in der Brandschutz-Schleife sind Projekte wie der zweigleisige Ausbau der Dörpfeldstraße in Adlershof oder die Tram-Verlängerung vom U-Bahnhof Turmstraße zum Bahnhof Jungfernheide. Weitere Kandidaten für die gleiche Problematik sind die geplante Verlängerung der M10 von der Warschauer Straße zum Hermannplatz und die Umstellung der Metrobuslinie M41 durch die Sonnenallee auf Straßenbahn – und wahrscheinlich noch viele andere Projekte.

Zwischenzeitlich hat die Senatsverkehrsverwaltung eine vorgebliche Lösung des Problems ersonnen. Nach Informationen des Tagesspiegels gab es am 13. Juli ein Gespräch zwischen Verkehrsverwaltung, Bauaufsicht, BVG und Feuerwehr. Ergebnis: Künftig soll die BVG die Hauseigentümer informieren – und die müssen dann eine Lösung finden.

Bei Lichte betrachtet ist die Lösung jedoch keine.

Mehr dazu in unserem aktuellen Beitrag auf Umweltzone Berlin

 

 

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