Seilbahnnetz als Angriff auf Trampläne nicht nur in Spandau

20. Oktober 2026 | Bauen, ÖPNV, Stadtentwicklung, Verkehr, Umweltzone

Auch die Howoge beteiligte sich an der Torpedierung von dringenden Straßenbahnprojekten

Grafik: BUND Berlin, Basis: OpenStreetMap contributors

Die Torpedierung weit gediehener Straßenbahnprojekte gehört offenbar in gewissen Berliner Kreisen zum guten Ton. So auch bei der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Howoge. Im Februar 2024 schlug sie der Senatsverkehrsverwaltung den Aufbau eines Netzes von gleich sechs Linien im Norden Berlins vor.

Rund 40 Kilometer lang wäre das vorgeschlagene Netz, das nach den Vorstellungen der Howoge wie folgt aussehen könnte:

Linie 1: Gartenfeld/Jungfernheide – Urban Tech Republic – Märkisches Viertel – Blankenburg – Blankenburger Süden – Wartenberg – Hohenschönhausen

Linie 2: Botanischer Volkspark – Elisabethaue – Alte Schäferei – Buch

Linie 3: Rathaus Spandau – Falkenhagener Feld – Wald-Quartier

Linie 4: Rathaus Spandau – Wasserstadt – Gartenfeld

Linie 5: Haselhorst – Waterkant – Johannisstift

Linie 6: Jungfernheide – Gartenfeld

Doch das entsprechende Fachreferat der Senatsverkehrsverwaltung zeigte sich wenig angetan von der Idee. Das vorgeschlagene Netz erscheine „nicht zielführend“, heißt es in die Stellungnahme. Die Erschließung der Entwicklungsgebiete mit den etablierten und der Nachfrage entsprechend leistungsgerechten Verkehrsträgern S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn und Bus solle der Regelfall bleiben. Die Seilbahn könne lediglich „in wenigen Fällen eine wertvolle Ergänzung des Netzes bilden“, heißt es weiter. Diesem Umstand werde mit der Aufnahme in den Verkehrsmittelvergleich bei lnfrastrukturvorhaben Rechnung getragen.

Wie die Fachleute der Senatsverkehrsverwaltung den unausgegorenen Vorschlag der Howoge auseinandernehmen und welche weiteren Herausforderungen der Bau urbaner Seilbahnen bereithält, lesen Sie im aktuellen Beitrag auf

Umweltzone Berlin

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb