Bezirksparlament stimmt über Bebauung des Köpenicker Amtswäldchens ab

16. September 2026 | Artenvielfalt, Bauen, Bäume, Stadtnatur, Stadtentwicklung, Flächenschutz, Kampagne Grüne Flächen retten

17. September, ab 15.45 Uhr: Demonstration und Petitionsübergabe vor dem Rathaus Treptow

Foto: Andrea Gerbode

Berlin, 16. September 2026: Am 17.September soll die Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick über den Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 9-30 VE abstimmen. Er sieht die Errichtung von 45 Wohnungen und einem Supermarkt auf bereits versiegelter Fläche sowie eines großen Parkplatzes am Rande der Köpenicker Altstadt vor. Dafür sollen 4000 Quadratmeter des Köpenicker Amtswäldchen gerodet werden.

Gegen das Vorhaben wird vor Beginn der BVV-Sitzung um 17 Uhr demonstriert. Um 15.45 Uhr beginnt die Demonstration vor dem Rathaus Treptow (Neue Krugallee 4, 12435 Berlin). Um kurz vor 17 Uhr soll nach Redebeiträgen die bereits von über 4000 Menschen unterstütze Petition der Bürgerinitiative „Rettet das Amtswäldchen“ an Bezirksvertreter*innen übergeben werden.

Die in der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN) zusammengeschlossenen Umweltverbände lehnen die Vernichtung von Wald für ebenerdige Stellplätze ab. Bereits seit 2007 weisen sie in Stellungnahmen darauf hin, dass es sich bei der Beseitigung des Amtswäldchens um einen schweren Eingriff in Natur und Landschaft handelt.

Den breiten Widerstand gegen die Vernichtung des Amtswäldchens hatte Öffentlichkeitsarbeit des BUND Berlin Ende Juni 2026 mobilisiert. Daraufhin ist die ursprünglich für 2. Juli vorgesehene Beschlussfassung in der BVV verschoben worden.

Von den groben naturschutzrechtlichen Fehlern im Bebauungsplan ist jedoch seitdem nichts behoben worden, obwohl sie bereits in der im März 2026 von der BLN eingereichten Stellungnahme zum Vorhaben benannt worden sind. Nach wie vor ist keine vollständige Kartierung von Brutvögeln, Fledermäusen und sonstigen Säugetieren erfolgt. Die Fläche ist unter anderem ein bedeutendes Nahrungshabitat für streng geschützte Fledermäuse.

Die Umweltverbände gehen davon aus, dass wegen der mangelhaften Kartierungen Verfahrensfehler im B-Plan-Verfahren 9-30VE vorliegen. Sie bezweifeln, dass das Vorhaben einer juristischen Prüfung standhalten wird. Somit droht der Beschluss eines rechtswidrigen Bebauungsplans, sollte eine Mehrheit der Bezirksverordneten für ihn stimmen.

Zudem ist es nicht nachvollziehbar, wie mitten in der Klimakrise eine kühlende Waldfläche für die Anlage eines die Umgebung aufheizenden Parkplatzes gerodet werden kann. Die Altstadt Köpenick ist laut Umweltgerechtigkeitsatlas bereits jetzt ein sommerlicher Hitze-Hotspot.

Kontakt
Antje Stavorinus, Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (BLN), 030-26 55 08 64, antje.stavorinus(at)bln-berlin.de
Dirk Schäuble, Naturschutzreferent BUND Berlin, 030-78 79 00-39, schaeuble(at)bund-berlin.de
Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied BUND Berlin, gerbode(at)bund-berlin.de

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb