BUND: A100 - Keine Autobahn durch Friedrichshain!

30. März 2022 | Abgase, Autoverkehr, Flächenschutz, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Stadtentwicklung, Verkehr

Info 6 / Berlin; 30. März 2022: Der beabsichtigte Start der Planung für den 17. Bauabschnittes der A 100 zwischen Treptower Park und Storkower Straße durch die Autobahngesellschaft des Bundes stößt auf massive Kritik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND LV Berlin).

Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND Berlin: „Obwohl die Koalition auf Bundesebene eine Prüfung aller im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Neubauprojekte vereinbart hat, will Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) jetzt Geld für die Planung einer stadtzerstörenden und klimaschädlichen Autobahntrasse durch Friedrichshain verschwenden. Dass er die Planung des 17. Bauabschnitts der A 100 ohne Information und ohne Abstimmung mit dem Berliner Senat und seinen Koalitionspartnern auf Bundesebene anschieben will, ist inakzeptabel und muss vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gestoppt werden.“

Angesichts der aktuellen Klima- und Energiekrise ist nach Ansicht des BUND Berlin das Festhalten am Weiterbau der A 100 völlig aus der Zeit gefallen und mit den Zielen einer stadtverträglichen Mobilitätspolitik nicht vereinbar. Angefangen am Treptower Park (bis zum Containerbahnhof Frankfurter Allee) würde der 17. Abschnitt der A 100 eine Betonschneise der Verwüstung durch Friedrichshain schlagen. Einer neuen Spreequerung würden als Gartendenkmal geschützte Platanen und das denkmalgeschützte Gebäude der Osthafendirektion zum Opfer fallen. Der projektierte Bau eines Doppelstocktunnel durch die eng bebaute Gürtelstraße quer zur Grundwasserströmung des Urstromtals ist mit hohen Risiken für die benachbarten Häuser verbunden, ob dies überhaupt machbar ist, ist bisher ungeklärt. Im weiteren Verlauf ist die geplante Hochstraße der Autobahn über die Frankfurter Allee und anschließend über niedrige Gebäude des Ringcenters und den Containerbahnhof mit massiven Belastungen für die benachbarten Wohnquartiere verbunden. Die Kosten für den Weiterbau werden inzwischen auf mehr als eine Milliarde Euro veranschlagt.

Tilmann Heuser, BUND-Landesgeschäftsführer des BUND Berlin: „Statt immer weiter Straßen zu bauen, müssen Bundesverkehrsminister Volker Wissing und die FDP endlich der Realität ins Auge schauen. Knappe Steuermittel müssen endlich auf die Sanierung der vorhandenen Infrastruktur und den Ausbau des Umweltverbundes konzentriert werden. Der Berliner Senat hat dies weitgehend begriffen, wir werden nun alles dafür tun, dass dieser Lernprozess auch auf Bundesebene einsetzt.“

Für Rückfragen:

Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer: mobil: 0177-78790-13 

Martin Schlegel,
BUND-Referent für Verkehrspolitik: fon: (030) 78 79 00-17 oder mobil: 0160 - 76 24 387

 

Quellen und weiterführende Links:

www.a100stoppen.de

www.bund-berlin.de/themen/mobilitaet/autoverkehr/strassenneubau/

http://www.mobil-statt-verplant.de/alternativen/berlin

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