Berlin, 27. Mai 2026: Diesen Donnerstag befasst sich der Umweltausschuss des Abgeordnetenhauses in einer Anhörung mit der Umsetzung des Klimaanpassungsgesetzes, das in Folge des Baumentscheids vom Abgeordnetenhaus beschlossen worden ist. Für den BUND Berlin wird Naturschutzexperte Dirk Schäuble sprechen.
Der BUND Berlin begrüßt, dass mit dem Klimaanpassungsgesetz endlich viele bisher unverbindlich in der Charta Stadtgrün sowie diversen Strategien und Programmen des Senats verankerte Ziele und Bekenntnisse Gesetzesrang haben. Vieles davon sind langjährige Forderungen der Umwelt- und Naturschutzverbände. Jetzt kommt es darauf an, dass das Gesetz auch konsequent umgesetzt und weiterentwickelt wird.
Dazu erklärt Dirk Schäuble, Referent für Naturschutz beim BUND Berlin:
„Besonders wichtig ist der Schutz großer Bestands- und Altbäume. Sie gehören zur kritischen Infrastruktur für das Stadtklima und sind kurzfristig nicht durch Neupflanzungen zu ersetzen.
Zugleich darf Klimaanpassung nicht allein bei der Umweltverwaltung hängen bleiben. Vor allem die Stadtentwicklungsverwaltung muss verbindlich an der Umsetzung beteiligt werden.
Ein erneut klassisches Beispiel ist das Tempelhofer Feld: Wer ein Klimaanpassungsgesetz beschließt und zugleich über die Bebauung eines klimaökologisch hochwirksamen Freiraums nachdenkt, handelt widersprüchlich.
Des Weiteren muss der Gebäudebereich mitberücksichtigt werden. Menschen leiden unter Hitze nicht nur draußen, sondern auch in überhitzten Wohnungen, Schulen, Büros, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Deshalb braucht es verbindliche Regelungen für baulichen Hitzeschutz, Verschattung und soziale Infrastruktur.“
Unser Fazit:
Das Klimaanpassungsgesetz ist ein wichtiger Anfang. Wirksam wird es aber nur, wenn Berlin Altbäume schützt, die Baumschutzverordnung verbessert, alle Verwaltungen in die Pflicht nimmt, den Gebäudebereich ernsthaft einbezieht und klimaökologisch unverzichtbare Freiräume wie das Tempelhofer Feld erhält.
Die Anhörung ist Tagesordnungspunkt 3 der Sitzung des Umweltausschusses am 28. Mai 2026. Die Sitzung beginnt um 9 Uhr und wird unter diesem Link live übertragen.
Mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ setzt sich der BUND Berlin für den Schutz der Freiflächen in Berlin ein. Mit Blick auf die kommende Abgeordnetenhauswahl will der BUND Berlin das Thema ins Bewusstsein der Berliner*innen bringen und die Politik zum Handeln auffordern. Im BUND-Dossier „Bauen auf grünen Flächen?“ [PDF-Link] sind alternative Potenziale für Wohneinheiten ohne zusätzliche Versiegelung von Böden ermittelt. Dort wäre der Neubau ohne die negativen ökologischen, stadtklimatischen und sozialen Folgen möglich.
Kontakt:
Dirk Schäuble, Fachreferent Naturschutz BUND Berlin, schaeuble(at)bund-berlin.de, 030-78 79 00 39


