Berlin, 2. Juni 2026: Diesen Mittwoch (3. Juni) beginnen in einem symbolischen Akt die Erschließungsarbeiten für das neue Stadtquartier mit über 2500 Wohneinheiten in Lichterfelde Süd. Auf 39 Hektar Fläche entstehen über 1850 Geschosswohnungen sowie rund 420 Reihen- und Doppelhäuser. Der BUND Berlin kritisiert dabei die unnötige Vernichtung von 40.000 Quadratmetern Wald für den Einfamilienhausbau. Er hätte vermieden werden können durch die Realisierung dieser 420 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau.
Dazu erklärt Andreas Faensen-Thiebes, Vorstandsmitglied des BUND Berlin:
„Der beschlossene Bau von wenig flächensparenden Reihenhäusern ist ein schwerer Fehler der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf. Der BUND Berlin kritisiert dies seit Jahren als Makel in einem ansonsten bespielhaften Modell des naturschutzrechtlichen Ausgleichs. Der so beschlossene Bebauungsplan widerspricht dabei auch dem Naturschutzrecht, nach dem Eingriffe vermieden werden müssen, wenn dies möglich ist. Die Rodung des Waldes und Versiegelung des Bodens und damit die Vernichtung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere hätte sich leicht vermeiden lassen durch die vollständige Realisierung der über 2500 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau.
Qualitativ hochwertiges Wohnen ist auch im Geschosswohnungsbau möglich – das hat auch die Groth Gruppe bewiesen. Die gewünschte soziale Durchmischung kann auch so erreicht werden, zumal so auch mehr Sozialwohnungen entstanden wären.
Die Chance, eine naturschonendere Lösung nicht genutzt zu haben, ist ein grobes Versäumnis des Bezirks und auch des Senats, der den Bebauungsplan geprüft hat. Das ist schade, da das Projekt ansonsten ein sehr gutes Kompensationskonzept hat, das die wertvolle Lichterfelder Weidelandschaft sichert und direkt benachbart auf 18 Hektar Ackerland eine ‚Neue Weidelandschaft‘ entwickelt.“
Für Gespräche am Rande des Pressetermins am 3. Juni steht Vorstandsmitglied Andreas Faensen-Thiebes zur Verfügung, der für den BUND für die Naturschutzarbeit in der Lichterfelder Weidelandschaft zuständig ist.
Seit die Groth-Gruppe die 96 Hektar Fläche in Lichterfelde Süd gekauft hat, verhandelt der BUND Berlin mit dem Entwickler, dem Bezirk und der Senatsstadtentwicklungsverwaltung über den Schutz der vorbildlichen Lichterfelder Weidelandschaft. Dadurch konnte unter anderem der Erhalt von 57 Hektar der Landschaft erreicht werden – viel mehr als bei anderen Bauprojekten. Der BUND unterstützt dieses Kompensationsmaßnahmen durch deren langfristige praktische Pflege, aber auch bei der konkreten Planung der einzelnen Maßnahmen. Regelmäßig bietet er Führungen durch die Weidelandschaft an. Der nächste Termin ist am 7. Juni.
Naturverlust kann nie wirklich kompensiert werden. Die Zerstörung grüner Freiflächen in Berlin muss unbedingt gestoppt werden. Der BUND Berlin setzt sich mit der Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ für ein sofortiges Ende der Bebauung unversiegelter Flächen ein.
Kontakt:
Andreas Faensen-Thiebes, Vorstandsmitglied BUND Berlin, faensen-thiebes(at)bund-berlin.de


