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BUND Landesverband Berlin

Fahrpreise

Sie sollen verständlich und für viele unterschiedliche Nutzergruppen attraktiv sein, Verkehrsströme lenken und dann noch einen Beitrag zur Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) leisten: Die Anforderungen an die Tarife für Busse und Bahnen sind hoch. In Berlin gibt es noch einiges zu verbessern.

Regelmäßig finden im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sogenannte Tarifanpassungen statt, also Preiserhöhungen. Oft steigen die Fahrpreise stärker als die Inflationsrate. Aber muss das so sein? Die Stadt Wien hat einmal ausprobiert, wie sich Fahrpreissenkungen auf Einnahmen und Fahrgastaufkommen auswirken. Weil sich die Zahl der Jahreskartenbesitzer verdoppelte, nahmen die dortigen Verkehrsbetriebe deutlich mehr Geld ein als zuvor. 

Umweltkarte erhalten und ausbauen

Ob als Monatskarte, im Abo oder als Jahreskarte: Die Besitzer der VBB-Umweltkarten sind die treuesten Fahrgäste von Bus und Bahn. Sie dürfen nicht mit überzogenen Tariferhöhungen zu Gelegenheitsfahrern gemacht werden. Die Möglichkeit, nach 20 Uhr und am Wochenende eine weitere erwachsene Person und bis zu drei Kinder kostenlos mitzunehmen, muss unbedingt erhalten bleiben, schließlich stellt die Umweltkarte damit eine sehr preiswerte Alternative zum Privatauto dar. Der BUND setzt sich dafür ein, die Umweltkarte zu einem umfassenden Mobilitätsticket weiterzuentwickeln, das man auch als BahnCard und zum Ausleihen von Fahrrädern nutzen kann. 

Gelegenheitsfahrten attraktiver gestalten

Nicht wenige Berlinerinnen und Berliner nutzen für ihre alltäglichen Wege das Fahrrad oder die eigenen Füßen. Wenn aber gelegentlich das Wetter zu schlecht oder der Weg zu weit ist, sollten diese Menschen auf Busse und Bahnen ausweichen, statt in ein (eigenes oder gemietetes) Auto zu steigen. Dazu wäre es hilfreich, die Mehrfahrtenkarten deutlich günstiger als die Einzelfahrscheine anzubieten. 

Nein zum Nulltarif

Der ÖPNV erfüllt so wichtige gesellschaftliche Aufgaben, dass niemand von ihm erwartet, seine gesamten Kosten selbst zu decken. Wenn Busse und Bahnen ohnehin subventioniert werden, wäre es dann nicht ein Gewinn für Umwelt und Lebensqualität, wenn man den ÖPNV nutzen könnte, ohne dafür zu zahlen? Der Autoverkehr trägt seine Kosten schließlich auch nur zum Teil – zu einem sehr geringen Teil, wenn man Klimafolgen, Unfälle und Krankheiten durch Abgase und Lärm berücksichtigt. Unabhängig davon, wie ein kostenloser ÖPNV finanziert wird (aus Steuermitteln, über eine Abgabe wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, über Parkgebühren oder Abgaben der Grundstücksbesitzer), findet der BUND: Das Fahren im ÖPNV muss einen Preis haben. Dieser sollte zwar so niedrig sein, dass niemand von der Mobilität ausgeschlossen ist, aber auch so hoch, dass ein Anreiz bleibt, sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewegen. 

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

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