Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Berlin

Am besten geht es ohne Hindernisse

Ob es im Fußverkehr gut läuft, ist oft eine Platzfrage. Die umweltfreundlichste Fortbewegungsart darf nicht an den Rand gedrängt werden. Wenn es auf den Bürgersteigen zu eng wird, muss der Straßenverkehr Platz abgeben.

Ein guter Fußweg ist mindestens so breit, dass zwei Menschen nebeneinander gehen können, obwohl jemand entgegenkommt oder sie Kinderwagen, Gepäck oder Regenschirme mit sich führen. Dass manchmal zu Fuß kein Fortkommen auf den Bürgersteigen ist, hat nicht nur mit dem regen Fußverkehr zu tun, sondern auch damit, dass viele Nutzungen um Platz im öffentlichen Raum konkurrieren: Gastronomie, Warenauslagen, Werbeschilder, Fahrradständer, Strom- und Briefkästen, Straßenschilder, Altglascontainer, Haltestellenhäuschen. All diese Dinge haben ihre Berechtigung im städtischen Leben, aber sie dürfen das Zufußgehen nicht ausbremsen. Vieles davon wird man in der wachsenden Metropole künftig auf der Straße unterbringen müssen. Auch wenn das Parkplätze kostet. 

Barrierefreiheit

Rollstuhlfahrer vor einem auf dem Gehweg geparkten Mietauto, das ihm die Weiterfahrt versperrt Für Mobilitätseingeschränkte sind manche Hindernisse unüberwindbar.

Es gibt viele gute Gründe für eine gute Qualität der Fußwege, der demografische Wandel ist einer von ihnen. Mit zunehmendem Alter gewinnt das Gehen als Fortbewegungsart stark an Bedeutung. Stolperfallen wie lose Bodenplatten und wackelnde Gullydeckel oder unzureichende Beleuchtung können aber nicht nur für ältere, sondern auch für mobilitätseingeschränkte Personen ein richtiges Problem werden. Wer mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs ist, braucht freie Bahn auf den Gehwegen: ebene und fugenarme Oberflächen, abgeflachte Bordsteine an Kreuzungen und Straßenübergängen und möglichst keine Hindernisse, die zum Ausweichen zwingen.

Falschparken kann tödlich sein

Eines der größten Hindernisse beim Zufußgehen sind illegal auf dem Fußweg oder an den Kreuzungen geparkte Autos. Der BUND fordert, diese Verstöße konsequent zu ahnden. Es handelt es sich dabei nicht um ein Kavaliersdelikt, sondern um eine Rücksichtslosigkeit, die andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr bringen können. Vor allem Kinder. Weil sie noch nicht über Autos hinübersehen können, nehmen sie das Verkehrsgeschehen auf der Straße nicht richtig wahr und können selbst nicht gesehen werden. Um den Fußverkehr sicherer zu machen, müssen die Sichtbeziehungen zwischen allen am Straßenverkehr Beteiligten wieder hergestellt werden! Wenn neue Poller gesetzt werden, um das Parken auf dem Bürgersteig zu verhindern, sollte stets geprüft werden, ob statt der üblichen Poller Fahrradbügel passen. Voraussetzung: Die dadurch neu entstandenen Fahrradstellplätze dürfen den Fußverkehr nicht behindern.  

Gitter nur noch in Ausnahmefällen

An vielen Berliner Straße machen Fußgängergitter am Fahrbahnrand und auf dem Mittelstreifen das Überqueren der Straße zu einer Kletterübung. Der Sinn dieser Gitter ist klar: Zur ihrer Sicherheit und vor allem um den Fluss des Autoverkehrs nicht zu behindern, sollen zu Fuß Gehende nur an Ampeln und anderen Übergängen sollen die Straße überschreiten. Der BUND ist der Ansicht, dass Straßen in der Stadt prinzipiell überall querbar sein müssen. Statt Fußgänger von der Fahrbahn fernzuhalten, sollten die Verkehrsplaner besser dafür sorgen, dass sich die Querungsbedingungen verbessern: durch Straßenverengung, bessere Sichtverhältnisse und durch Geschwindigkeitsbegrenzungen. Nur in Ausnahmefällen, etwa vor Schulen und Kindergärten, sollen Gitter ein direktes Betreten der Fahrbahn verhindern.

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

BUND-Bestellkorb