Rückschritt für die Mobilitätswende: Entwurf des Berliner Nahverkehrsplans 2026-2028

15. Mai 2026 | ÖPNV, Verkehr

BUND Berlin fordert schnell mehr Kapazität und Qualität im Nahverkehr

Foto: BUND Berlin/Nicolas Šustr

Berlin, 15. Mai 2026: Der von der Senatsmobilitätsverwaltung vorgelegte Entwurf des Berliner Nahverkehrsplans (NVP) 2026-2028 ist ein Rückschritt für die Mobilitätswende. Er nimmt bereits vorgesehene positive Ansätze beim Ausbau des ÖPNV wieder zurück, sowohl bei Taktverdichtungen im bestehenden U-Bahn-Netz als auch bei geplanten Straßenbahn-Neubaustrecken. Insbesondere für Spandau bietet er keinerlei Perspektive für die dringend nötige Ablösung überlasteter Buslinien durch leistungsstärkere Straßenbahnstrecken in absehbaren Zeiträumen. Das legt der BUND Berlin in seiner eingereichten Stellungnahme zum Entwurf dar. Die Öffentlichkeitsbeteiligung für den NVP endet am 18. Mai 2026.

Darüber hinaus bedauert der BUND Berlin, dass im Vorfeld keine Beteiligung durch die Senatsmobilitätsverwaltung bei der Erarbeitung des NVP 2026-2028 stattgefunden hat, wie es in den Vorjahren üblicherweise der Fall war.

Maßgabe der Stellungnahme des BUND Berlin ist die Erreichung der drei im Nahverkehrsplan postulierten Hauptziele, die eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung der Berliner Klima- und Umweltziele sind.

1. Gewährleistung von Mobilität für alle mit dem Berliner ÖPNV
2. Erhöhung des ÖPNV-Anteils am Modal Split
3. Verbesserung der Nachhaltigkeit der Ausgestaltung des ÖPNV

Der Modal Split in Berlin und insbesondere im Pendelverkehr muss deutlich weiter weg vom Motorisierten Individualverkehr und hin zum Umweltverbund verschoben werden. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) spielt dabei eine maßgebliche Rolle.

Die notwendige Verschiebung des Modal Split kann nur mit einer konsequenten Mobilitätswende gelingen. Dafür braucht es vor allem Maßnahmen, die schnell umsetzbar, vergleichsweise kostengünstig und für viele Menschen im Alltag wirksam sind. Eine nachhaltige Verkehrspolitik muss sich daher klar auf den Ausbau des Umweltverbunds und die Reduzierung des Autoverkehrs konzentrieren.

Dazu erklärt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin:
„Entscheidend ist aus der Sicht des BUND Berlin, öffentliche Mittel gezielt dort einzusetzen, wo sie eine schnelle, soziale und nachhaltige Wirkung entfalten. Das kann mit dem aktuellen Fokus von CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde auf wenige und sehr teure U-Bahn-Neubaustrecken oder fragwürdige Magnetschwebebahnfantasien nicht gelingen.

Der ÖPNV darf dabei nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil des umfassenden Umweltverbundes. Der Nahverkehrsplan sollte deshalb stärker auf den zügigen Ausbau wirksamer Angebote insbesondere der Straßenbahn sowie einer besseren Verknüpfung mit dem Fuß- und Radverkehr ausgerichtet werden. Die Politik von Ute Bonde und der CDU-Fraktion zielt auf das genaue Gegenteil. Fahrradinfrastruktur an Hauptstraßen soll verschwinden und weit fortgeschrittene Tramprojekte werden beerdigt. Es wäre besser, wenn der Nahverkehrsplan 2026-2028 in dieser Form nicht beschlossen wird.

Zentrale Forderungen des BUND Berlin:
 

  • Straßenbahnausbau als vorrangige Lösung für dringende Verbesserungen und Erweiterungen im ÖPNV-Angebot
     
  • Doppelgelenkbusse sind keine geeignete Alternative zum Straßenbahnausbau
     
  • Abkehr von teuren, unrealistischen, wenig zielführenden U-Bahn-Neubauprojekten
     
  • Wiederaufnahme der „qualifiziert beendeten“ Straßenbahnprojekte entlang der Leipziger Straße und in die Gropiusstadt als wichtige, zukunftsfähige Erweiterungen des Tramnetzes
     
  • Angebotskürzungen und Taktausdünnungen vermeiden
     
  • Beschleunigung von Straßenbahnen und Bussen durch konsequente Vorrangschaltungen im Nahverkehrsplan fest verankern
     
  • Konzentration auf Maßnahmen, die schnell umsetzbar sind und eine breite Wirkung für viele ÖPNV-Nutzer*innen haben
     

Die vollständige Stellungnahme des BUND Berlin zum Entwurf des Nahverkehrsplans 2026-2028 finden Sie unter diesem Link.

Kontakt:

Gabi Jung, Geschäftsführerin BUND Berlin, jung(at)bund-berlin.de

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