Foto: Fridolin freudenfett (Peter Kuley), (CC BY-SA 3.0)
Berlin, 15. Juli 2026: Demnächst will der Senat das Struktur- und Nutzungskonzept für ein neues Stadtquartier „Dreieck Späthsfelde“ beschließen, auf dessen Basis im Rahmen der sogenannten Vorbereitenden Untersuchungen ein Rahmenplan erarbeitet werden kann. Entstehen sollen in der Treptow-Köpenicker Ortslage unter anderem bis zu 2500 Wohnungen im Gebiet zwischen Königsheide und A113. Das Vorgehen zeigt, dass der Senat erst planerische Pflöcke in den Boden rammen will, bevor die ökologischen und verkehrlichen Belastungsgrenzen des Areals ernsthaft eruiert hat.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verschiebt damit die Verantwortung für unsere Daseinsvorsorge und Ressourcen auf eine weitere Planungsebene und damit in eine ungewisse Zukunft. Denn die Auswirkungen auf Schutzgüter wie Wasser, Boden, Klima sowie der Verkehrszunahme auf die umliegenden Wohngebiete bleiben weiterhin ungeklärt.
Daran ändert auch das stattfindende Flächentetris nichts, bei dem die unterschiedlichen geplanten Nutzungen auf der rund 100 Hektar großen Fläche fröhlich hin und her geschoben werden. Biotope werden so oder so durch Projektbausteine und die Straßenplanung zerschnitten, auch wenn der BUND Berlin die Bemühungen, den Charakter Späthsfeldes mit dem weitestgehenden Erhalt von Kleingartenanlagen und der Baumschule zu erhalten, wohlwollend zur Kenntnis nimmt.
Mögliche gravierende Konsequenzen für den Grundwasserschutz werden ignoriert oder in die Zukunft verschoben, wie die aktuelle Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der Grünen-Fraktion zeigt. Die Baupläne tangieren schließlich ein Wasserschutzgebiet, zudem soll perspektivisch das Wasserwerk Johannisthal wieder in Betrieb genommen werden. Industrielle Altlasten in den Böden machen den problematischen Cocktail perfekt.
Im Ergebnis bieten weder der Senat noch die Berliner Wasserbetriebe Lösungen für den Trinkwasserschutz, die Altlastensanierung und grundwasserabhängige Ökosysteme wie die Königsheide. Dabei geht es um existenzielle Themen sowie Kernfragen zum wasserrechtlichen Verschlechterungsverbot und Verbesserungsgebot gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie.
Dabei zeigte nicht nur die kürzliche Hitzeperiode deutlich, wie sehr Berlin unter Dürresommern ächzt, sondern dass die Schäden am Beispiel des Waldzustandes in der Königsheide bereits jetzt sichtbar sind.
Mit seiner Kampagne „Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt!“ setzt sich der BUND Berlin für einen Stopp der weiteren Bebauung von Freiflächen in Berlin ein. Vorschläge für umweltgerechte Alternativstandorte auch für den geplanten Wohnungsbau im Quartier Späthsfelde hat der BUND Berlin in einem unter diesem Link herunterladbaren Dossier zusammengetragen.
Die Bedeutung des Dreiecks Späthsfelde ist wegen des Nutzungsdrucks auf die umliegenden Flächen, wie Wald, Friedhöfe und Grünzüge enorm gestiegen. Nicht nur für den Wohnungsbau würden zusätzliche Flächen versiegelt, sondern auch für die dafür notwendige soziale und verkehrliche Infrastruktur.
Auf unserer Internetseite Umweltzone Berlin finden Sie zahlreiche weitere Informationen zum Dreieck Späthsfelde in diesem und diesem Beitrag.
Kontakt:
Andrea Gerbode, Vorstandsmitglied BUND Berlin, gerbode(at)bund-berlin.de


