BUND Landesverband Berlin

Weniger Abfall statt mehr Mülleimer

16. September 2022

BUND Berlin fordert mehr Engagement für Zero Waste zum World Cleanup Day

Info 20 / Berlin, 16. September 2022: Zum bevorstehenden „World Cleanup Day“ fordert der Berliner Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) Politik und Abfallwirtschaft auf, die Müllberge der Hauptstadt konsequent und nachhaltig zu bekämpfen. Am wichtigsten dabei ist nicht das Saubermachen, sondern bereits die Entstehung neuer Abfälle so weit wie möglich zu verhindern. Insbesondere Senat und BSR müssen dafür sorgen, dass Berlins Zero Waste-Strategie schnell und umfassend umgesetzt wird. Abfallvermeidung, Mehrweg und Wiederverwendung müssen zum Standard in der Hauptstadt werden. Das ist auch nötig, um Berlins Klimaschutzziele zu erreichen.

„Herumliegende Pappbecher, vor Pizzakartons überquellende Mülleimer oder Sperrmüllberge am Straßenrand können nicht allein durch größere Behälter oder Hinterherräumen bekämpft werden“, so Tobias Quast-Malur, BUND-Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik, „Berlin muss abfallarme Mehrwegverpackungen fördern und deutlich mehr und bessere verbraucherfreundliche Abgabemöglichkeiten für Gebrauchtwaren und Sperrmüll schaffen.“

Kostenfreie Sperrmüllabholung - mehr Recyclinghöfe  - bessere Weitergabemöglichkeiten

Der BUND fordert daher die schnellstmögliche Einführung einer kostenfreien Sperrmüllabholung für alle Berliner Haushalte mindestens zwei Mal pro Jahr, wie sie in vielen anderen Städten üblich ist. In ihrem Koalitionsvertrag hatte die rot-grün-rote Landesregierung zumindest die Ausdehnung regelmäßiger, kostenfreier und kieznaher Sperrmüllaktionen versprochen. Mit gerade einmal 22 Abholaktionen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2022 in der ganzen Stadt kann von einem praktikablen wohnortnahen Angebot für alle Berliner*innen jedoch bislang keine Rede sein. Stattdessen setzt sich der Streit um die Finanzierung der Aktionen zwischen Bezirken und der BSR fort. Der BUND hält die Durchführung von je zwei Sperrmüllaktionen pro Jahr in jedem der 100 Berliner Stadtteile für notwendig. Ergänzend dazu ist die Eröffnung weiterer Recyclinghöfe voranzutreiben. In allen Fällen müssen vorrangig Ab- bzw. Weitergabemöglichkeiten für noch brauchbare Gegenstände und Möbel angeboten werden. Nur die Dinge, die keinen Abnehmer mehr finden, dürfen in den Container wandern.

Mehr Mehrweg – Besteuerung von Einweg-To-Go-Produkten

Um der Vermüllung wirksam entgegenzutreten, muss sich das Land Berlin außerdem deutlich intensiver für eine Ausweitung des Mehrwegprinzips im Verpackungsbereich einsetzen: Dafür muss die Entwicklung neuer Mehrwegangebote und deren flächendeckende Ausbreitung in der gesamten Stadt gefördert werden. Der BUND Berlin setzt sich im Rahmen seiner Kampagne „Berlin plastikfrei – Kein Weg für Einweg!“ für eine Förderung des Mehrwegprinzips und eine Besteuerung von Einweg-To-Go-Produkten ein. Unter www.berlin-plastikfrei.de kann die Forderung des BUND nach einer Berliner Verpackungssteuer unterstützt werden.

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Für Rückfragen:

BUND-Pressestelle, Carmen Schultze

fon: (030) 78 79 00 12

Tobias Quast-Malur, BUND-Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik

fon: 0177 / 33 99 658

 

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