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BUND Landesverband Berlin

Busse

In Berlin fahren die BVG-Busse nicht nur auf Tangentiallinien und in weniger dicht besiedelten Gebieten, sondern bedienen auch Hauptverkehrsachsen. Auf vielen dieser Linien sind sie chronisch überfüllt und verspätet, vor allem weil sie immer wieder im Autostau steckenbleiben. Auch wegen des Abgasausstoßes ist es oftmals die beste Lösung, stark frequentierte Buslinien durch Straßenbahnen zu ersetzen.

Rund 1.400 Busse besitzt die BVG. Während von die Gelenkbusse und die kurzen Eindecker weitgehend der Euronorm 6 entsprechen und weniger Stickstoffoxide (NOx) als ein herkömmlicher Personenkraftwagen ausstoßen, müssen die Doppeldecker noch zum großen Teil umgerüstet werden. Doch wie lange soll die BVG überhaupt noch Busse mit Dieselmotoren einsetzen? Busse mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb werden in den nächsten Jahren noch nicht flächendeckend zum Einsatz kommen können und Erdgasmotoren sind zwar etwas sauberer und sparsamer als Dieselmotoren, aber auch nicht klimaneutral. Die Lösung für dieses Dilemma ist die Rückkehr der Straßenbahn. 

Busspuren frei

Heute fahren die BVG-Busse im Durchschnitt langsamer als vor drei oder vier Jahrzehnten, weil sie im Stau oder vor ungünstig geschalteten Ampeln stehen. Eng damit verbunden ist das Phänomen der „Rudelbildung“, wenn ein oder zwei fast leere Busse unmittelbar auf einen überfüllten und verspäteten Bus folgen. Um den Busverkehr zu beschleunigen, fordert der BUND, die Busspuren konsequent von den dort illegal parkenden Autos freizuhalten. Außerdem müssen weitere Busspuren markiert werden, auch wenn das den einen oder anderen Parkplatz kostet. Damit auch die Radfahrenden die Busspuren nutzen können, sollen diese rund um die Uhr für den Autoverkehr gesperrt sein. Und auch das muss regelmäßig kontrolliert werden. 

Einstieg erleichtern

Zumindest in den Hauptverkehrszeiten sollten wieder alle Türen zum Einstieg freigegeben werden. Das verkürzt die Stehzeiten an den Haltestellen und sorgt für eine bessere Verteilung im Bus. Die BVG befürchtet allerdings, dem Schwarzfahren buchstäblich Tür und Tor zu öffnen. Dem könnte sie entgegensteuern, indem sie wieder mehr Kontrolltrupps in die Busse schickt. Eine weitere Beschleunigungsmöglichkeit: Fahrkartenautomaten in den Bussen, sodass das Fahrpersonal sich nicht mehr um den Ticketverkauf kümmern muss. 

Busersatzverkehr

Auf der Schiene hat sich Elektromobilität seit über 100 Jahren bewährt. Klimaneutral ist die Straßenbahn zwar nur dann, wenn ihr Strom aus regenerativen Energien gewonnen wird, aber auf der Straße fährt sie absolut emissionsfrei: keine Stickoxide, kein Feinstaub. Der BUND setzt sich daher dafür ein, Trams auch im Westen der Stadt wieder verkehren zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die Umweltbilanz, sondern auch um Transportkapazitäten und Geschwindigkeit, denn Straßenbahnen können mehr Menschen befördern und auf eigenem Gleisbett den Stau umfahren. 

Elektrobusse gegen Lärm und Abgase

Auf der Buslinie 204 verkehren zwischen Südkreuz und Bahnhof Zoo Elektrobusse in einem Langzeittest. Der BUND begrüßt diese Modelllinie ebenso wie das Vorhaben der BVG, auf einer weiteren Linie Elektrobusse mit anderen Ladetechniken zu testen. Besonders erfreulich ist, dass die Modelllinie nicht irgendwo am Stadtrand, sondern durch stark abgas- und lärmbelastete Innenstadtbereiche verläuft. Ein weiterer Pluspunkt ist der nachhaltige Umgang mit Fördermitteln: Die Linie 204 gehört nicht zu denen, die mittelfristig auf Straßenbahnbetrieb umgestellt werden sollen. Es ist gut, wenn Subventionen für Elektromobilität dort eingesetzt werden, wo sie am meisten helfen, Lärm und Schadstoffe in der Luft zu verringern.

Grundsätzlich ist Elektromobilität aber nur dann sinnvoll, wenn die Fahrzeuge effizienter, kleiner und leichter werden und der Strom aus zusätzlich gewonnener erneuerbarer Energie stammt. Mehr dazu lesen Sie in der BUND-Position zur Elektromobilität.

Busspuren nicht für den Privatverkehr öffnen

Das Elektromobilitätsgesetz von 2015 gibt Kommunen die Möglichkeit, Busspuren für Elektrofahrzeuge freizugeben. Das hat der Senat bislang abgelehnt. Der BUND plädiert dafür, dass das so bleibt. Mehr Verkehr auf den Busspuren würde die Busse ausbremsen, die schon langsam genug sind. Für die Radfahrenden kämen weitere Sicherheitsrisiken hinzu. Und die Polizei hätte keine realistische Möglichkeit zu kontrollieren, ob es sich bei den Pkw auf der Busspur tatsächlich um Elektroautos handelt. 

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

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