BUND Landesverband Berlin

Busse

In Berlin fahren die BVG-Busse nicht nur auf Tangentiallinien und in weniger dicht besiedelten Gebieten, sondern bedienen auch Hauptverkehrsachsen. Auf vielen dieser Linien sind sie chronisch überfüllt und verspätet, vor allem weil sie immer wieder im Autostau steckenbleiben. Auch wegen des Abgasausstoßes ist es oftmals die beste Lösung, stark frequentierte Buslinien durch Straßenbahnen zu ersetzen.

Rund 1.500 Busse besitzt die BVG, etwa ein Zehntel davon fahren mit elektrischem Antrieb (Stand 2022). Bis 2030 soll der gesamte BVG-Fuhrpark elektrifiziert werden. Schwierigkeiten bei der Elektrifizierung bereiten vor allem die Doppeldeckerbusse. Sie fahren heute alle noch mit Dieselmotoren, die die Euronorm 6 nicht erfüllen und zu viel giftige Stickstoffoxide (NOx) ausstoßen.

Da diese Busse hauptsächlich auf stark frequentierten Linien entlang der Hauptverkehrsachsen zum Einsatz kommen, setzt sich der BUND dafür ein, möglichst viele dieser Linien auf Straßenbahnbetrieb umzustellen. Grundsätzlich gilt aber natürlich für Straßenbahnen wie auch für Busse: Elektromobilität ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn der Strom aus zusätzlich gewonnener erneuerbarer Energie stammt (mehr dazu in der BUND-Position zur Elektromobilität).

Busersatzverkehr

Auf der Schiene hat sich Elektromobilität seit über 100 Jahren bewährt. Klimaneutral ist die Straßenbahn zwar nur dann, wenn ihr Strom aus regenerativen Energien gewonnen wird, aber auf der Straße fährt sie absolut emissionsfrei: keine Stickoxide, kein Feinstaub. Der BUND setzt sich daher dafür ein, Trams auch im Westen der Stadt wieder verkehren zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die Umweltbilanz, sondern auch um Transportkapazitäten und Geschwindigkeit, denn Straßenbahnen können mehr Menschen befördern und auf eigenem Gleisbett am Autostau vorbeifahren.

Busspuren frei

Heute fahren die BVG-Busse im Durchschnitt langsamer als vor drei oder vier Jahrzehnten, weil sie im Stau oder vor ungünstig geschalteten Ampeln stehen. Eng damit verbunden ist das Phänomen der „Rudelbildung“, wenn ein oder zwei fast leere Busse unmittelbar auf einen überfüllten und verspäteten Bus folgen. Um den Busverkehr zu beschleunigen, fordert der BUND, die Busspuren konsequent von den dort illegal parkenden Autos freizuhalten. Außerdem müssen weitere Busspuren markiert werden, auch wenn das den einen oder anderen Parkplatz kostet. Und was auf dem Kurfürstendamm seit Jahren gut funktioniert, muss auch auf anderen Straßen mit Standard werden: Busspuren, die rund um die Uhr nur für Busse, Taxen und Radfahrende geöffnet sind.

Einstieg erleichtern

Aus Gründen des Infektionsschutzes hat die BVG vorübergehend erlaubt, auch die hinteren Bustüren zum Einsteigen zu nutzen. Der BUND begrüßt diese Regelung und fordert ihre Beibehaltung auch für die Zeit nach der Pandemie – zumindest in den Hauptverkehrszeiten. Das verkürzt die Stehzeiten an den Haltestellen und sorgt für eine bessere Verteilung der Fahrgäste im Bus. Eine weitere Beschleunigungsmöglichkeit: Fahrkartenautomaten in den Bussen und an stark frequentierten Haltestellen, sodass das Fahrpersonal sich nicht mehr um den Ticketverkauf kümmern muss. 

Busspuren nicht für den Privatverkehr öffnen

Das Elektromobilitätsgesetz von 2015 gibt Kommunen die Möglichkeit, Busspuren für Elektrofahrzeuge freizugeben. Das hat der Senat bislang abgelehnt. Der BUND plädiert dafür, dass das so bleibt. Mehr Verkehr auf den Busspuren würde die Busse ausbremsen, die schon langsam genug sind. Für die Radfahrenden kämen weitere Sicherheitsrisiken hinzu. Und die Polizei hätte keine realistische Möglichkeit zu kontrollieren, ob es sich bei den Pkw auf der Busspur tatsächlich um Elektroautos handelt. 

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

BUND-Bestellkorb