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BUND Landesverband Berlin

Klimakiller Flugzeug

Flugzeuge übernehmen nur einen relativ kleinen Teil des Personen- und Güterverkehrs, stoßen dafür aber besonders viel klimaschädliche Abgase aus. Berlin kann seine Klimaschutzziele nur erreichen, wenn der Flugverkehr von und nach Berlin deutlich zurückgeht. Dazu braucht es finanziellen Druck: Kostenwahrheit herstellen, Subventionen streichen, CO2-Ausstoß verteuern. Auf das Reisen muss man deshalb nicht verzichten, schließlich können Kurzstreckenflüge problemlos auf die Schiene gelenkt werden.

Lufthansa-Maschine startet am Flughafen Tegel Egal, welche Linie Sie nehmen: Fliegen ist Gift für das Klima. Foto: Ralf Roletschek/roletschek.at

Kein anderer Verkehrsträger heizt das globale Klima so stark auf wie das Flugzeug. Der CO2-Ausstoß liegt pro Person und Kilometer durchschnittlich bei 207 Gramm. Das ist 20-mal so viel wie bei den Fernzügen der Bahn und doppelt so viel wie beim Auto. Im Jahr 2012 war der Berliner Luftverkehr, wie anhand des in Tegel und Schönefeld getankten Kerosins ermittelt wurde, für mindestens 2,5 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Das entspricht rund 40 Prozent aller Emissionen im Berliner Verkehr. Wenn die Fluggastzahlen weiterhin so stark steigen wie bisher, wird der vom Berliner Flugverkehr verursachte Klimagasausstoß auf 7,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2020 steigen. Das ist 42 Prozent dessen, was Berlin dann gemäß seines Energie- und Klimaschutzprogramms (BEK) emittieren will. Ohne ein Umsteuern beim Flugverkehr sind die Klimaschutzziele des Landes völlig unrealistisch. 

Fliegerei begrenzen, nicht fördern

Bislang klammert das Land Berlin den Flugverkehr bei seinen Klimaschutzbemühungen komplett aus – ganz so, als gebe es ihn überhaupt nicht. Kein Wunder, schließlich hat der Tourismusboom in der Hauptstadt wesentlich mit den Billig-Airlines  zu tun. Der erste Schritt wäre, den gesamten CO2-Ausstoß ehrlich zu erfassen, der mit den Flügen von und nach Berlin verbunden sind, egal ob Personenverkehr oder Luftfracht. Dazu gehören nicht nur die Flugbewegungen in Tegel, sondern auch die in Schönefeld und später einmal am BER, die Wege zum Flughafen, die Logistik am Flughafen, die Herstellung und der Transport des Kerosins und natürlich auch die Baumaßnahmen am BER. 

Wer das Klima ruiniert, soll zahlen

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit: Diejenigen, die fliegen oder daran Geld verdienen, sollen auch die damit verbundenen Kosten tragen. Davon sind wir in Berlin und vielen anderen Städten weit entfernt, denn die öffentliche Hand subventioniert den Flugverkehr erheblich – direkt, indem sie die Infrastruktur baut und pflegt, und indirekt, indem sie Start- und Landegebühren festlegen, die die Betriebskosten nicht decken. Klimapolitisch richtig wäre vielmehr, den CO2-Ausstoß bei den Gebühren zu berücksichtigen. Der BUND fordert daher vom Senat, die bisherige Dumpingpolitik bei den Flughafengebühren sofort zu beenden. Als Mitgesellschafter der Flughafengesellschaft hat das Land durchaus Gestaltungsmöglichkeiten. Außerdem müssen die Emissionen des Luftverkehrs finanziell kompensiert werden, was den einzelnen Flug verteuern würde. Allerdings können die Kompensationszahlungen, die regenerativen Energien in Entwicklungsländern zugutekommen, die globale Erwärmung allein nicht aufhalten. Sie sind nur ein Baustein, um den Wettbewerb zwischen Bahn, Bus und Flugzeug etwas gerechter zu gestalten. 

50.000 Flüge könnten sofort auf die Schiene

Welche Flüge kann die Bahn ersetzen? Bezieht man nicht nur die reine Flugdauer, sondern auch den Weg zum Flughafen, das Einchecken und Boarden, die Rollzeiten, den Transfer zum Flughafengebäude nach der Landung, das Warten auf das Gepäck und den Weg vom Flughafen in die Stadt in die Zeitkalkulation ein, so dauert ein Inlandsflug rund vier Stunden. Ebenfalls rund vier Stunden dauert die Zugfahrt von Berlin in die Städte, deren Flughäfen die häufigsten von Berlin aus angeflogenen Inlandsziele sind: Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf und München. Pro Jahr nutzen rund sechs Millionen Fluggäste die 50.000 Flugverbindungen zwischen Berlin und diesen Städten. All diese Flüge ließen sich ohne Zeitverlust auf die Schiene verlagern. 

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

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