Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Berlin

Jugendverkehrsschulen

In den Jugendverkehrsschulen werden Grundschulkinder auf die Fahrradprüfung in der 4. Klasse vorbereitet. Doch viele dieser von den Bezirken verwalteten Einrichtungen können ihren Aufgaben kaum mehr gerecht werden. Es fehlt an qualifiziertem Personal, gleichzeitig ist die Bausubstanz marode. Dabei wächst die Bedeutung der Jugendverkehrsschulen, da immer mehr Kinder das Radfahren erst noch lernen müssen.

Hochbetrieb in der Jugendverkehrsschule Charlottenburg (Foto: BUND Berlin)

Tatsächlich gibt es in Berlin nicht wenige Kinder, die in der 3. Und 4. Klasse, wenn die Radfahrausbildung auf dem Stundenplan steht, noch nicht Radfahren können. Schätzungen gehen zudem davon aus, dass jedes Jahr rund 20 Prozent der Berliner Schulkinder die Radfahrprüfung nicht bestehen. Dabei ist Radeln wie Schwimmen: Man muss es lernen, aber wer es einmal beherrscht, kann es ein Leben lang. Und wie das Schwimmen ist es eine elementare Kulturtechnik, die auch im wortwörtlichen Sinn das Bewegen in der Gesellschaft möglich macht. 

Auch bei der Mobilitätsbildung sind Chancen ungleich verteilt

Idealerweise haben Kinder schon früh Roller oder Laufräder, sodass der Umstieg auf das Fahrrad nur ein kleiner Schritt ist. Wenn sie dann in das Alter kommen, in dem sie sich auf kürzeren Strecken selbstständig durch ihren Kiez bewegen, radeln sie schon so gut, dass sie sich auf das übrige Verkehrsgeschehen auf der Straße konzentrieren können. Die Radfahrprüfung in der 4. Klasse ist dann nur noch eine Formsache. Andere Kinder haben weniger Glück mit ihrer häuslichen Mobilitätserziehung und lernen die Welt nur vom Rücksitz des elterlichen Autos kennen. Statistisch gesehen besitzen zwar 81 Prozent der Haushalte in Deutschland mindestens ein Fahrrad, dennoch haben zu viele Berliner Kinder keinen Zugriff auf ein Rad. In diesen Fällen muss die schulische Radfahrausbildung mit Hilfe der Jugendverkehrsschulen (JVS) das Versäumte nachholen. 

Keine einheitlichen Standards

Die Radfahrausbildung gehört zu den schulischen Pflichtaufgaben, jedes Jahr müssen mehr als 24.000 Grundschulkinder die Radfahrprüfung ablegen. Diese findet überwiegend im geschützten Rahmen der JVS statt. Der BUND begrüßt es, dass immer mehr Schulen Teile der Radfahrausbildung und die Prüfung von der JVS auf die Straßen in der Nähe der Schule verlegen. Denn nur durch das Fahren im realen Straßenverkehr kann man lernen, sich dort sicher zu verhalten. Dennoch spielen die JVS eine wichtige Rolle, bieten sie doch den nötigen Schonraum, in dem die Kinder lernen können, das Fahrrad sicher zu beherrschen – eine unumgängliche Voraussetzung, um sich auf den Straßenverkehr konzentrieren zu können. Da es bisher keine berlinweiten Standards für die Ausstattung der JVS gibt, sind die zum Teil 50 bis 60 Jahre alten Einrichtungen von Bezirk zu Bezirk unterschiedlich gut in Schuss. Teilweise bröckeln Gebäude und Fahrbahnen, vor allem aber fehlt qualifiziertes Personal. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden vom Jobcenter geschickt und bleiben nur begrenzte Zeit. Sie sind überwiegend zwar interessiert und motiviert, es fehlt ihnen in der Regel aber eine pädagogische Ausbildung. Häufig helfen Ehrenamtliche aus. Der BUND fordert für jede JVS mindestens eine festangestellte Fachkraft mit entsprechender Qualifikation. 

Die Jugendverkehrsschulen können noch viel mehr

Die Bildungsverwaltung und die Bezirke sind sich zwar einig, dass an den JVS festes Personal nötig ist. Der BUND drängt darauf, dass die nötigen Gelder bald fließen und dass sie in den Bezirken auch tatsächlich für die JVS ausgegeben werden, sodass diese einen hohen Standard erreichen und regelmäßig auch an den Nachmittagen geöffnet sind. Das ist besonders für Kinder wichtig, für deren Übungsbedarf die regulären Schulstunden in den JVS nicht ausreichen. Darüber hinaus müssen die JVS auch verstärkt Angebote für weitere Zielgruppen machen. Bereits im Kita-Alter sind motorische Schulung und das Kennenlernen von Verkehrsregeln wichtig. Und nach der 4. Klasse muss die Radfahrausbildung weitergehen. Bedarf gibt es außerdem bei Erwachsenen, die das Radfahren nie gelernt haben. Der BUND unterstützt die Entwicklung neuer Konzepte, um das Angebot der JVS zu verbessern und auf neue Zielgruppen auszuweiten. In den JVS stecken Potenziale, die endlich genutzt werden müssen! 

Kontakt

Gabi Jung

Zu Fuß zur Schule
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-31

BUND-Bestellkorb