Verbotenes Gift

Es schädigt Bäume und Sträucher, verunreinigt das Wasser, verletzt Hunde und Katzen an den Pfoten und ist schon seit Jahren verboten. Dennoch kommt Streusalz immer wieder zum Einsatz. Dabei gibt es legale und ökologische Alternativen zu Taumitteln, nämlich Schnee und Eis mechanisch aus dem Weg zu räumen oder mit Splitt abzustumpfen.

So ist es richtig: Streusalz weder auf der Straße noch auf dem Fußweg

Tausalz greift Bäume an den Wurzeln an, die dadurch nicht mehr genügend Wasser und Nährstoffe aufnehmen können. Im Sommer lassen sich die Salzschäden deutlich an bräunlich verfärbten und abgestorbenen Blatträndern erkennen. Nährstoff- und Wassermangel macht die Bäume wiederum anfällig für Infektionen und Pilze und Bakterien. Besonders empfindlich reagieren mit Linde, Ahorn und Rosskastanie Arten, die in Berlin die Mehrheit der Straßenbäume stellen. Ihre Position zwischen Fußweg und Bordstein macht die Situation für die Bäume schwierig, weil das Salz mit dem Tauwasser direkt neben dem Stamm in den Boden abfließt. Und nicht nur die Straßenbäume leiden: Salz auf dem Gehweg schadet auch Haustieren, indem es deren Pfoten entzünden lässt. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass das Salz über den Boden und undichte Abwasserrohre ins Grundwasser und in die Fließgewässer gelangt. Auch Autokarosserien und Gemäuer werden durch Streusalz angegriffen. 

Streusalzverbot durchsetzen

Nur die BSR darf an bestimmten neuralgischen Punkten Salz streuen, zum Beispiel an Kreuzungen. Den Hausbesitzern verbietet das Berliner Naturschutzgesetz, Schnee und Eis mit Tausalz zu bekämpfen. Bei Zuwiderhandlung riskieren sie Geldbußen von bis zu 10.000 Euro. Allerdings überwachen die Bezirke das Salzverbot nur sehr oberflächlich. Der BUND fordert von der Berliner Verwaltung auf Landes- und Bezirksebene, das Streusalzverbot und seine Hintergründe noch deutlicher zu kommunizieren und Verstöße konsequent zu ahnden. Allerdings ist auch der Handel in der Pflicht: Streumittel, deren Einsatz Privatleuten verboten ist, müssen aus den Regalen verschwinden! 

Räumen und abstumpfen

Fußwege ungeräumt zu lassen, darf aber nicht die Konsequenz aus dem Tausalzverbot sein. Der BUND empfiehlt stattdessen, Schnee und Eis mit Besen, Schaufel und Hacke mechanisch zu beseitigen. Bei Glatteis bieten sich Sand und Granulat an, um die Oberfläche abzustumpfen. Von Sägespänen ist dagegen abzuraten, weil sie Feuchtigkeit aufnehmen, die dann wiederum gefriert. Bitte achten Sie beim Kauf von Streumitteln auf das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ mit dem Zusatz „weil salzfrei“ – dann können Sie sicher sein, dass keine umweltschädlichen Stoffe enthalten sind. 

Schäden dokumentieren

An einzelnen Bäumen lassen sich die Salzschäden zwar deutlich erkennen, aber es ist unklar, in welchem Ausmaß Streusalz zum Verlust von Straßenbäumen in Berlin beiträgt, schließlich leiden die Bäume an einer Vielzahl von Stressfaktoren. Der BUND fordert deshalb ein Monitoring, das neben den Schäden an den Straßenbäumen auch die Ursachen für den Exitus dokumentiert. 

BUND-Bestellkorb