Berlin, 4. August 2026: Neue U-Bahn-Strecken und neue Groß-Wohnquartiere. Stets verspricht der Senat große Würfe bei Verkehrswende und Wohnungsfrage. Finanzierungs- und Genehmigungsrisiken werden dabei umfassend ausgeblendet und als überwindbar dargestellt. Nun hat der Senat mit seinen Versprechungen im Fall des Bauvorhabens „Am Sandhaus“ in Buch erneut Schiffbruch erlitten. Es gibt laut einem aktuellen Zeitungsbericht [€] keine Terminprognose mehr für Baurecht dort. Es half nicht. zu ignorieren, dass die angrenzende Moorlinse Buch ein hochrangiges Berliner Vogelschutzgebiet ist.
Dazu erklärt Gabi Jung, Geschäftsführerin des BUND Berlin:
„Seit Langem fordert der BUND Berlin eine Fokussierung auf viele kleinteilige Maßnahmen, die in Summe Fortschritt bringen anstatt Großprojekte mit sehr langem Zeithorizont und großen Realisierungsrisiken zu forcieren. Beim Wohnungsbau bedeutet das die Umnutzung von bereits vorhandenen Gebäuden, die Bebauung bereits versiegelter Flächen und die Aufstockung von Bestandsgebäuden. Wie der BUND Berlin mit seiner Kampagne Grüne Flächen retten – Hitzeschutz jetzt! zeigt, ließen sich so in Berlin zehntausende Wohnungen realisieren.
Kleinteilige Projekte werden von Seiten des Senats und der Landes-Wohnungsunternehmen als zu arbeitsaufwändig abgetan. Dabei bieten sie die Möglichkeit kontinuierlichen Fortschritts anstatt des Versprechens auf große Würfe, deren Realisierung sich – falls sie überhaupt gelingt – immer weiter in die Zukunft schiebt.
Dasselbe Muster ist in der Verkehrspolitik zu beobachten. Da werden großflächige U-Bahn-Ausbau-Phantasien gesponnen, deren Realisierung bestenfalls in Jahrzehnten möglich sein könnte – realistisch betrachtet jedoch kaum ansatzweise. Mit dem Ausbau der Fahrrad- und Straßenbahninfrastruktur ließen sich zu einem Bruchteil der Kosten nachhaltige und wesentlich flächendeckendere Fortschritte in vergleichsweise kurzen Zeiträumen erreichen.
Um hier voranzukommen braucht es ernsthaftes Interesse am Ausbau der Tram und eine politische Steuerung. Es kann nicht sein, dass am Beispiel der geplanten Straßenbahn Ostkreuz Bedenken zum zweiten Rettungsweg im Brandfall seit acht Jahren ohne abschließende Klärung zwischen den Beteiligten hin- und hergeschoben werden.
Ein neuer Senat muss den Fokus auf das Gelingen im Kleinen richten anstatt nicht umzusetzenden Phantasien anzuhängen. Angesichts der Haushaltslage mit anstehenden milliardenschweren Kürzungen wird einer neuen Koalition auch gar nichts anderes übrig bleiben, damit Berlin bei der Bewältigung seiner Zukunftsaufgaben keinen kompletten Stillstand riskiert.“
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Kontakt:
Gabi Jung, jung(at)bund-berlin.de


