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BUND Landesverband Berlin

Straßenlärm

Lärm nervt, Lärm macht krank. In Berlin ist Straßenverkehr mit großem Abstand die größte Lärmquelle, gefolgt von Eisenbahn- und Flugverkehr, Industrielärm spielt dagegen fast keine Rolle. Über 300.000 Menschen leben an Hauptverkehrsstraßen, an denen es so laut ist, dass die körperliche Unversehrtheit bedroht ist. Das muss sich ändern.

Berlin muss seine Bevölkerung besser vor Verkehrslärm schützen. Statt halbherzig Geld für Schallschutzfenster und -mauern auszugeben, muss Lärm an seinen Quellen bekämpft werden. Den geringsten Krach erzeugt Verkehr, wenn er gar nicht stattfindet. Der BUND setzt sich deshalb dafür ein, möglichst viele Fahrten zu vermeiden. Was sich nicht vermeiden lässt, soll auf den öffentlichen Verkehr und auf das Fahrrad verlagert werden. Was sich nicht verlagern lässt, muss verlangsamt werden.

Plan gegen Lärm

Was tut der Senat, um Berlin leiser zu machen? Der vorletzte Lärmaktionsplan aus dem Jahr 2008 (LAP) ging in die richtige Richtung: Tempo 30 (nachts), Fahrradstreifen auf der Fahrbahn, nächtliche Fahrverbote für LKW, Verlagerung von Parkplätzen vom Gehweg auf die Fahrbahn usw. Der LAP 2008 enthielt neben einem Modellversuch zur Lärmminderung durch Fahrradspuren auch einen Anhang mit weiteren Umbauvorschlägen für Hauptverkehrsstraßen. Diese Maßnahmen im Anhang wurden bisher leider nur zum geringen Teil umgesetzt. 2014 hat der Senat den Lärmaktionsplan (LAP 2013–2018) fortgeschrieben. Viele gute Maßnahmen aus dem LAP 2008 wurden weder bis dahin umgesetzt und auch nicht wieder aufgenommen. Deutlich ausgeweitet wurden aber die Straßenabschnitte, in denen Tempo 30 zwischen 22 und 6 Uhr gilt.

Für die Fortschreibung des LAP für den Zeitraum von 2018 bis 2023 hat der Senat  die vorgezogene Bürgerbeteiligung nun abgeschlossen und erarbeitet z.Zt. den ersten Entwurf. Für diesen wird es dann wieder die Möglichkeit einer Stellungnahme für Bürger*innen und Verbände geben.  

Der BUND macht mit seinen Forderungen an die Fortschreibung vor dem ersten Entwurf deutlich, welche Maßnahmen fehlen und mutigere Politik gefordert ist, damit Berlin*nerinnen weniger Lärmgeplagt werden.

BUND-Stellungnahme

Tempo 30 auch auf Hauptstraßen

Die Hersteller von Pkw und Motorrädern unternehmen nichts, um den Lärmausstoß ihrer Produkte zu verringern. Im Gegenteil, bei etlichen Vehikeln ist der röhrende Auspuff ein wichtiges Verkaufsargument. Ohne gesetzliche Vorgaben auf Bundes- oder europäischer Ebene wird sich daran wenig ändern. Unter diesen Voraussetzungen ist es umso wichtiger, die Motoren- und Rollgeräusche durch Geschwindigkeitsbegrenzungen zu dämpfen. Der BUND fordert, die Höchstgeschwindigkeit auf den meisten Hauptstraßen auf 30 km/h zu begrenzen. Das reduziert nebenbei auch den Ausstoß von gesundheitsgefährdenden Stickoxiden und klimaschädlichem CO2. Ein weiterer Vorteil: je niedriger die Fahrgeschwindigkeit, desto leiser auch das Beschleunigen und Bremsen. 

Vorsicht bei Flüsterasphalt

Prinzipiell kann offenporiger Asphalt den Lärmpegel senken. Allerdings ist die Lebensdauer des sogenannten Flüsterasphalts nur halb so lang wie die von herkömmlichen Straßenbelagen. Dafür kostet er rund dreimal so viel. Der BUND findet: Diese Kosten sind der Allgemeinheit nicht zuzumuten, wenn der gleiche Effekt auch durch eine simple Reduktion der Fahrgeschwindigkeit erreicht wird. 

Kontakt

Martin Schlegel

Referent für Verkehrspolitik
E-Mail schreiben Tel.: (030) 787900-17

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