BUND Landesverband Berlin

Klein aber bedeutend

Kleingewässer in Berlin stehen unter Schutz. Es wird aber viel zu wenig getan, um diese für die Artenvielfalt und uns Menschen so wichtigen Lebensräume zu erhalten. Eine über Jahrzehnte zu hohe Trinkwasserförderung und mangelnde Pflege haben ihre Spuren hinterlassen.

Zu den Berliner Gewässern zählen nicht nur die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten großen Seen und Flüsse, sondern auch die vielen kleineren und unscheinbareren Gewässern, die es über das gesamte Stadtgebiet zu entdecken gibt. Diese Pfuhle, Weiher, Tümpel, kleinen Wasserläufe und künstlich angelegten Teiche und Becken haben gleich mehrere wichtige Funktionen: sie sind Lebensraum für Frösche, Kröten und Molche, für Libellen und Fische und viele weitere Arten mehr. Zudem halten sie den Regen in der Landschaft, kühlen die Stadt und bieten uns Erholung.

Kleingewässer gehen verloren

Komplett zugewachsener Pfuhl in Folge unterlassener Pflege

Schätzungsweise die Hälfte aller Kleingewässer in Berlin sind in einem schlechten Zustand, weil sie entweder ausgetrocknet oder durch unterlassene Pflege bis zur Gewässermitte zugewachsen sind und allmählich verlanden. Andere Gewässer sind wiederum "überpflegt" und weisen keinerlei natürliche Strukturen wie Schilf oder sonnige Flachwasserbereiche auf, in denen Amphibien ihre Eier ablegen und für Nachwuchs sorgen können. Oft gelangen durch ungeklärte Regenwassereinleitungen aber auch Schadstoffe in die Gewässer. Dazu zählen bspw. der Abrieb von Autoreifen und -bremsen, Hundekot und Müll, welche von den Straßen mit dem Regen erst in die Kanalisation getragen und schließlich in die Gewässer eingeleitet werden. Diese negativen Umwelteinflüsse sind Grund dafür, warum viele Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen und vom Aussterben bedroht sind.

In Pflege investieren

Fischreiher an der Wuhle  (Björn Obmann)

Oft ist nicht nur Wassermangel verantwortlich für den schlechten Zustand, sondern auch, dass sich Röhricht über das gesamte Gewässer ausbreitet und es durch seinen hohen Wasserbedarf "leertrinkt". Eine regelmäßige, naturnahe Pflege ist daher unerlässlich, um unsere blauen Perlen dauerhaft zu erhalten. 2001 hat das Land Berlin den Pflegeauftrag für einen Großteil der Gewässer an die Bezirke übertragen. Eine fachgerechte Finanzierung für den Unterhalt fehlt jedoch bis heute. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass alle Gewässer systematisch erfasst und überwacht werden. Denn wie viele Pfuhle, Weiher, Tümpel und kleine Wasserläufe Berlin hat, wissen die Verantwortlichen aus der Verwaltung nicht. Nur wenn Anzahl und ökologischer Zustand bekannt sind, können die Gelder gezielt für den Unterhalt eingeplant und ausgegeben werden. Darüber hinaus müssten auch private Eigentümer stärker eingebunden werden. Auch sie unterliegen der Pflicht, ihre gesetzlich geschützten Kleingewässer zu erhalten.

Grundwasserspiegel anheben

Das Grundwasser in Berlin sinkt und führt zu einem Austrocknen unserer blauen Lebensadern. Verantwortlich sind die zu hohen Grundwasserentnahmen für Trinkwasser und die starke Flächenversieglung in Berlin, die druch Straßen-, Wohnungs- und Gewerbeneubau immer weiter voranschreitet. Regen kann so nicht in den Boden einsickern und das Grundwasser anreichern. Verschärft wird das Problem durch den Klimawandel, der geringere Niederschläge und eine höhere Verdunstung von Wasser mit sich bringt. Der BUND fordert daher, das verfügbare Grundwasser so effizient wie möglich zu nutzen. Dazu zählt ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Trinkwasserfördermanagement und Anreize für einen sparsamen Umgang mit Wasser in Privathaushalten und Industrie. Um Wasser in der Landschaft zu halten und den Grundwasserspiegel anzuheben, müssen Flächen konsequent entsiegelt und Dächer und Fassaden systematisch begrünt werden. Wichtig ist zudem, dass zuvor gereinigtes Regenwasser gezielt in Kleingewässer eingeleitet wird, um ihren Wasserhaushalt zu stützen.

Zahlen & Fakten zum Zustand von Kleingewässern

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Bündnis zum Schutz von Berliner Kleingewässern

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Kontakt

Norbert Prauser

Abteilung Naturschutz
E-Mail schreiben Tel.: 030 78790054

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