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BUND Landesverband Berlin

Stromwende

Die Pariser Klimavereinbarung setzt klare Vorgaben: Spätestens bis zur Mitte des Jahrhunderts muss Berlin sich ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Deshalb gilt es, in Effizienz, Speichertechnik und intelligente Netze zu investieren und in der Stadt endlich nicht nur Strom zu konsumieren, sondern auch zu produzieren. Natürlich nur solchen, der bei der Herstellung keine Treibhausgase ausstößt.

So weit das Auge reicht: Noch viel Platz für Fotovoltaik auf den Berliner Dächern

Für die Elektrizitätsversorgung gilt dasselbe wie für die Sektoren Verkehr und Heizen: Sie muss spätestens bis 2050, eher aber bis 2030 komplett dekarbonisiert sein. Um das übergeordnete Klimaziel zu erreichen, mit dessen Hilfe die globale Erwärmung auf anderthalb bis maximal zwei Grad begrenzt werden soll, müssen zuerst die Braunkohlekraftwerke stillgelegt werden, da sie die größten CO2-Emittenten sind. Die bisherige Politik, erneuerbare Energien auszubauen und gleichzeitig weiter Kohle zu verbrennen, ist nicht zielführend. Neue Windräder allein haben keinen Klimanutzen, wenn dafür keine CO2-Schleudern vom Netz gehen. Für unsere Region betrifft dies das Kraftwerk Jänschwalde bei Cottbus. Es könnte sofort seinen Betrieb einstellen, ohne dass in Berlin und Brandenburg die Lichter ausgehen. Deshalb fordert der BUND vom Berliner Senat, sich über die Gemeinsame Landesplanung dafür einzusetzen, dass Brandenburg Braunkohletagebau und -verstromung in naher Zukunft beendet. 

Stromnetz in öffentliche Hand

Die Berliner Privatisierungspolitik der ersten zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung hat auch im Energiesektor zu einem unerfreulichen Verlust von Gestaltungsmöglichkeiten geführt. Der BUND unterstützt daher die Bestrebungen, neben den Gas- und Fernwärmenetzen auch das Stromnetz zu rekommunalisieren. Nur dann wird es gelingen, das Elektrizitätsnetz für die dezentrale Produktion regenerativer Energien fit zu machen, an der der Atom- und Kohlekonzern Vattenfall, der die Energienetze kontrolliert, verständlicherweise kein großes Interesse hat. 

Ökostrom produzieren

Als Stadtstaat hat Berlin nur bedingt Möglichkeiten, Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren. So gibt es beispielsweise so gut wie keinen Platz für Windkraftanlagen. Aber selbst für diese eingeschränkten Möglichkeiten ist die Berliner Bilanz beim Ökostrom enttäuschend. Mit knapp einem Prozent an der Bruttostromerzeugung findet Fotovoltaik noch so gut wie gar nicht statt. Ein realistischer Wert für den Solaranteil im Strommix liegt in Großstädten dagegen bei etwa 20 Prozent. Um mehr Solarenergie in Berlin zu erzeugen, muss der Senat zweierlei tun. Erstens: Die Dächer aller geeigneten öffentlichen Gebäude müssen mit Fotovoltaikanlagen bestückt werden. Zweitens sollte der Senat mit einer solaren Baupflicht dafür sorgen, dass Neubauten nur noch dann genehmigt werden, wenn sie Solarkollektoren auf den Dächern vorsehen. 

Speicher

Ein häufiger Einwand gegen den Ausstieg aus der Kohle lautet, gegenwärtig fehlten die Möglichkeiten, Strom aus regenerativen Energien zu speichern. Das ist falsch. Um Strom kurzfristig zu speichern, gibt es bereits geeignete Batterien. Für die längerfristige Speicherung hat sich das Power-to-Gas-Verfahren bewährt, in dem Strom mittels Elektrolyse in synthetisches Gas umgewandelt wird. Dieses Gas lässt sich unbegrenzt in Gasspeichern lagern. Da es bei der Umwandlung aber zu Energieverlusten kommt, sollte Power-to-Gas nur dann zur Anwendung kommen, wenn mehr Wind- und Sonnenstrom vorhanden ist, als in das Netz eingespeist werden kann. Unverzichtbar werden Speicher, wenn die Erneuerbaren einen Anteil von rund drei Viertel im Strommix erreichen. Dennoch sollte man heute schon in ihre Weiterentwicklung investieren. 

Müllverbrennung

Etwa die Hälfte des Berliner Restmülls wird in dafür ungeeigneten Kohlekraftwerken und Zementwerken „energetisch verwertet“, also verbrannt. Anders als beim modernen Müllkraftwerk in Ruhleben fehlen in diesen Anlagen die nötigen Filter, um Giftstoffe wie Quecksilber vom Entweichen in die Luft zu hindern. Der BUND fordert, die Müllverbrennung dort sofort zu beenden. Sie ist auch gar nicht nötig, denn mit einer ordentlichen Mülltrennung ließe sich das Restmüllaufkommen so reduzieren, dass die Ruhlebener Anlage ausreicht. Der BUND setzt sich auch aus einem weiteren Grund für bessere Mülltrennung ein: Wenn sich die Menge des eingesammelten Biomülls deutlich erhöht, hat die BSR ausreichend Rohstoff, um eine zweite Biogasanlage in Betrieb zu nehmen.

Kontakt

Matthias Krümmel

Referent für Klimaschutzpolitik
E-Mail schreiben Tel.: 030 78790063

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