Lebensstilwende

Kann die Politik die Klimaerwärmung bremsen? Oder kann das der wissenschaftliche Fortschritt? Beides wäre schön, ist aber völlig unrealistisch. Den Treibhauseffekt zu stoppen, ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft und wird mehrere Generationen beschäftigen. Es hilft also nichts: Wir müssen unseren Lebensstil ändern, wenn wir die Erde als lebenswerten Ort erhalten wollen.

In vielen Bereichen können wir die Weichen in Richtung klimafreundlicher Lebensstil stellen.

Verzicht zu predigen, kommt selten gut an. Kein Wunder, dass auch die politischen Parteien, die sich zum Klimaschutz bekennen, lieber von „klimafreundlichem Wachstum“ oder von der Versöhnung von Ökonomie und Ökologie sprechen. Aber geht es denn wirklich um Verzicht, wenn von einem weniger ressourcenverbrauchenden und klimaschädigenden Lebensstil die Rede ist? Vieles spricht dafür, dass wir dadurch Lebensqualität gewinnen. Suffizienz ist das Wort der Stunde: Begrenzung und Entschleunigung auf das richtige Maß. 

Neue Konsummuster

Billig kaufen heißt zweimal kaufen, sagt das Sprichwort. Wenn man die Klimabilanz berücksichtigt, bedeutet billig kaufen eher drei- oder viermal kaufen, schließlich beansprucht die Produktion und Entsorgung von Waren immer Energie und setzt Treibhausgase frei. Die auf diese Weise angerichteten Klimaschäden stehen zwar nicht auf der Rechnung, müssen früher oder später aber bezahlt werden. Vor jedem Kauf sollte daher immer die Frage stehen: Könnte ich alternativ etwas reparieren (lassen)? Und wenn der Kauf unvermeidlich ist: Geht es vielleicht auch gebraucht – oder wäre Leihen oder Tauschen eine Option? Um die alten Konsummuster aufzubrechen, engagiert sich der BUND für Repair Cafés, Tauschbörsen und andere Möglichkeiten, Dinge weiter zu gebrauchen

Berliner Energiecheck

Geld sparen und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz tun – das ist das Motto des Berliner Energiechecks.

Ziel des BUND-Projekts ist, ein Ehrenamtsnetzwerk an Energiesparberater*innen berlinweit aufzubauen. Die professionell geschulten Ehrenamtlichen führen Beratungen und DIY-Workshops an Infoständen, in sozialen Einrichtungen und vor allem bei Privatpersonen zu Hause durch. Hauptzielgruppe sind die Berliner Mieter*innen, die aufgrund ihres Mietverhältnisses kaum Sanierungsmöglichkeiten in ihren Wohnungen haben. Deswegen steht bei uns immer die Frage im Fokus, wie ein energiesparendes Verhalten in den eigenen vier Wänden mit einfachen Mitteln konkret umgesetzt werden kann. Der Energiecheck deckt die Themen Strom, Heizen und Wasser ab. Mit dem Projekt sprechen wir ökologische (angewandter Klimaschutz) ökonomische (Geld sparen) und soziale (Zusammenhalt stärken) Nachhaltigkeitsdimensionen gleichermaßen an. Statt DIY liegt uns DIT, also das "do-it-together" am Herzen, um die Energiewende konstruktiv und inklusiv mitzugestalten.

Energiewende selbst machen

Aus den Umfragen zum Thema Klimaschutz geht regelmäßig hervor, dass die Bürgerinnen und Bürger gern mehr tun würden, um Treibhausgasemissionen zu vermeiden. Es fehlt nur der letzte Anstoß. Sehr einfach ist die Wende bei der Stromversorgung. Das Wechselformular ist online in wenigen Augenblicken abgeschickt und dank des Grüner-Strom-Labels können alle Wechselwilligen leicht herausfinden, bei welchen Angeboten es sich um echten Ökostrom handelt. 

Verkehrswende selbst machen

Berlin bietet beste Möglichkeiten, sich ohne die kleinen, stinkenden Blechkisten von A nach B zu bewegen. Das Nahverkehrssystem ist zwar nicht perfekt, aber doch recht gut ausgebaut. Und die flache Topografie kann durchaus fahrradfreundlich genannt werden, auch wenn es an der Radinfrastruktur noch großen Verbesserungsbedarf gibt.  

Kontakt

Matthias Krümmel

Referent für Klimaschutzpolitik
E-Mail schreiben Tel.: 030 78790063

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